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Wer nicht aufpasst, zahlt zuviel: Krankenzusatzversicherungen im Test

Von der Chefarztbehandlung im Krankenhaus bis hin zur Absicherung von Unfällen im Ausland – Krankenzusatzversicherungen sind eine attraktive Möglichkeit, die Leistungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Doch wie steht es um die Preise und Leistungen der Produkte? Und welche Anbieter überzeugen durch einen guten Service? Ein neuer Test gibt Aufschluss.

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Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat im Auftrag von n-tv zwanzig bedeutende Anbieter im Bereich Krankenzusatz untersucht. Die Servicequalität der Branche blieb wie in den Jahren zuvor auf einem befriedigenden Niveau. Bei Fragen zu den Produkten waren Interessenten erneut am besten bei den telefonischen Hotlines aufgehoben. Anfragen per E-Mail beantworteten die Versicherer dagegen zumeist unvollständig und unstrukturiert.

"Häufig reagierten die Mitarbeiter mit Standardtexten und gingen daher nicht ausreichend auf die Anliegen der Kunden ein", erklärt Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts.

Auffällig war zudem die schlechte Rücklaufquote – mehr als ein Viertel der Anschreiben blieb innerhalb der Testphase unbeantwortet. Auch die Internetauftritte der Versicherer erwiesen sich häufig nur bedingt als gute Informationsquelle. Zu oft fehlten nützliche Inhalte, wie zum Beispiel Beitragsrechner oder Informationen zu Ärzten und Kliniken.

Vergleichen lohnt sich

... das ist das Fazit der Produktanalyse. Beispielsweise konnte eine Einzelperson (65 Jahre) beim Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung bis zu 88 Prozent sparen. Besonders bei der Untersuchung der stationären Zusatzversicherung fiel auf, dass auch Produkte mit guten Leistungen bereits zu vergleichsweise günstigen Beiträgen erhältlich waren.

Die Produktanalyse im Bereich Zahnersatz ergab, dass eine Frau (30 Jahre) für ähnliche Leistungen im Durchschnitt rund 16 Prozent mehr zahlen musste, als ein gleichaltriger Mann.

"Mit den neuen Unisextarifen, die Ende des Jahres in Kraft treten, wird es solche geschlechtsspezifischen Preisunterschiede beim Zahnersatz in Zukunft jedoch nicht mehr geben", so Hamer.

Zur Bestimmung des Testsiegers erfolgte die Zusammenführung der Teilbereiche nach folgendem Schema:

 

Testsieger im Blick

Gewinner der Studie und damit "Bester Anbieter Krankenzusatzversicherungen 2012" ist der Vorjahressieger Ergo Direkt. Die Zahnzusatzversicherung stach unter den angebotenen Produkten im Unternehmensvergleich mit dem zweiten Rang positiv hervor. Die Auslandsreisekrankenversicherung verfügt über ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis und erreichte ebenso die zweitbeste Bewertung. Auch die Serviceanalyse ergab für das Unternehmen ein gutes Resultat. E-Mails wurden hier am schnellsten beantwortet und waren verständlich formuliert. Im telefonischen Kontakt überzeugte das Unternehmen darüber hinaus durch eine lange Erreichbarkeit der kostenlosen Servicehotline.

Auf dem zweiten Rang beim Gesamtergebnis folgt Barmenia. Die gute Leistung im Servicebereich ergab sich durch die kompetente Beantwortung der telefonischen Anfragen sowie die schnelle E-Mail-Bearbeitung. Bei der Service-Hotline mussten die Anrufer ebenfalls nie lange warten, bis Gespräche angenommen wurden. Auf der Internetseite war besonders der Kontaktbereich umfassend dargestellt. Im Rahmen der Produktanalyse punktete Barmenia durch hervorragende Leistungen bei der stationären Zusatzversicherung sowie durch das beste Ergebnis bei der Kombination aus Service- und Produktbewertung im Teilbereich Zahnersatz. Mit der Auslandsreisekrankenversicherung erreichte das Unternehmen in der reinen Produktbewertung jedoch nur ein unterdurchschnittliches Ergebnis.

Den dritten Rang im Gesamtklassement belegt HUK-Coburg. Der Versicherer wurde Testsieger in den Bereichen stationäre Zusatzversicherung und Auslandsreisekrankenversicherung. Im Vergleich überzeugten diese Produkte durch eine hohe Bewertung der enthaltenen Leistungen. Die Beiträge waren jeweils niedrig. Im Bereich Zahnersatz konnte der Versicherer hingegen nicht überzeugen. Bei der Serviceanalyse zeigten sich Stärken bei der telefonischen Beratung und Internetseite. Hier wurden umfangreiche Informationen verständlich und strukturiert dargestellt.

Quelle: n-tv.de

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