Technik
So sieht das Google-Logo am Hip-Hop-Tag aus.
So sieht das Google-Logo am Hip-Hop-Tag aus.(Foto: Google)
Freitag, 11. August 2017

Riesenspaß mit Hip-Hop-Doodle: Google macht die ganze Welt zum DJ

Von Johannes Wallat

Google setzt am Freitag, den 11. August, der Hip-Hop-Kultur mit einem tollen Doodle ein Denkmal - mit Graffiti-Logo und virtuellen Plattentellern samt Vinyl-Kiste, an denen jeder selbst auflegen kann. Vorsicht: Suchtgefahr!

Wer im Internet irgendetwas sucht, wendet sich meistens an Google. Die Website Google.com ist die meistbesuchte Website weltweit. Entsprechend viel Aufmerksamkeit bekommen die sogenannten Doodles, mit denen der Konzern regelmäßig in spielerischer, kreativer und manchmal wirklich großartiger Form an besondere Ereignisse und Personen erinnert. Die Doodles sind nicht immer weltweit zu sehen, doch Freitag, der 11. August, ist so ein Tag für ein weltweit einheitliches Doodle: Google zieht seinen Hut vor der Hip-Hop-Kultur.

Vier Elemente

Das Doodle dazu ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Hommage. Es bietet, natürlich stark vereinfacht und fetzig aufbereitet, einen Zugang zum Ursprung einer der bis heute weltweit wichtigsten Jugendkulturen. Am 11. August 1973 veranstaltete DJ-Legende Kool Herc in der New Yorker Bronx eine Party, die bei Google als Geburtsstunde der fortan Hip-Hop genannten Bewegung gefeiert wird.

An den virtuellen Turntables kann sich jeder als DJ versuchen.
An den virtuellen Turntables kann sich jeder als DJ versuchen.(Foto: Google)

Natürlich ist diese Darstellung zu simpel, um einen tiefergehenden Fakten-Check zu bestehen. Teil der Kultur und ihrer kreativen Ausdrucksformen sind nicht nur die DJs, die mit ihrem unkonventionellen Umgang mit Soul-, Funk- und Disco-Scheiben freilich den musikalischen Grundstein gelegt haben. Das Rappen gehört genauso dazu wie das Breakdancing und Graffiti. Alle Kunstformen haben ihren Ursprung im New York der Siebzigerjahre, auf einen festen Geburtstag lassen sie sich aber nicht festlegen. Sei's drum, Googles Doodle ist trotzdem toll und zeigt, wie groß der Einfluss der in den New Yorker Slums geborenen Bewegung heute ist. Und es bringt jenen die Kultur näher, die nicht viel darüber wissen.

Spielerischer Zugang

Das gewöhnliche Google-Logo wurde durch ein Graffiti-Piece ersetzt, gestaltet vom Künstler Cey Adams, der nicht nur mit der Sprühdose umgehen konnte, sondern auch früh zum kreativen Gestalter des legendären Plattenlabels Def Jam wurde. Nach einem Klick auf die Play-Taste im zweiten Google-O führt Erzähler Fab 5 Freddy, ein immer wieder gerne konsultierter Zeitzeuge, den Zuschauer in wenigen Sätzen in die Szenerie ein, untermalt mit comichaften Animationen. Wirklich spannend wird es dann, wenn man nach einem kurzen Tutorial selbst zum DJ werden darf. In einer virtuellen Plattenkiste steht eine Reihe von Scheiben, die von den DJs damals besonders gerne aufgelegt wurden und an deren Instrumental-Parts, den sogenannten Breaks, sich die Produzenten von Rap-Musik gerne bedienten und immer noch bedienen, um sie zu für ihre eigenen Stücke herauszuschneiden und neu zusammenzusetzen.

Man wählt zwei Platten aus, legt sie auf die Plattenteller und kann beginnen. Der Regler in der Mitte, der Crossfader, blendet den linken und rechten Kanal ein und aus. Steht er in der Mitte, hört man beide Platten zugleich. Klickt man mit der Maus auf eine Platte, kann man mit dem Cursor scratchen, also die Platte hin und her bewegen - das klingt nicht ganz so toll und hat mit richtigem Scratchen natürlich nicht viel zu tun. Besonders lehrreich und spannend aber ist die Auswahl der Platten und deren Zusammenspiel, wenn beide auf dem Plattenteller liegen. Zusätzlich gibt es Infos zu den Künstlern und den Rap-Stücken, in denen die sogenannten Samples auftauchen.

Doodler bekommen so nicht nur eine kleine Geschichtsstunde über die Einflüsse früher Hip-Hop-Musik und lernen, wie DJs sich an alten Platten bedient haben, um etwas Neues zu schaffen. Sie können sich ganz spielerisch einmal selbst als DJ versuchen und das macht wirklich Spaß. Einziger Nachteil: Beim Spielen mit dem Doodle vergeht die Zeit wie im Fluge. Wer also noch Pläne hat, sollte seinen Besuch bei Google.de nach hinten verschieben. Wer andersherum durch das Hip-Hop-Doodle erst recht angefixt ist und viel Zeit hat, besucht das Archiv: Hier gibt es eine riesige Auswahl der inzwischen über 2000 Doodles. Es lohnt sich.

Quelle: n-tv.de

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