Mittwoch, 10. August 2011
Enthüllungsplattform im Probebetrieb: Openleaks lässt sich angreifen
Die deutsche Enthüllungsplattform Openleaks vollführt ihre erste Reifeprüfung: Über mehrere Tage versuchen Hacker des Chaos Computer Clubs, Schwachstellen bei der Software aufzudecken. Scheitern sie mit ihren Hackversuchen, soll das System in Dauerbetrieb gehen.
Wer findet die Schwachstelle? Hacker sollen Openleaks' Sicherheit prüfen.
(Foto: picture alliance / dpa)
In Deutschland ist ein Pendant zu der Enthüllungsplattform Wikileaks für den Probebetrieb online gestellt worden. Das zur anonymen Weitergabe von Informationen an Verlage und Nicht-Regierungsorganisationen gedachte Portal Openleaks nahm einen viertägigen Probebetrieb auf, wie Openleaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg auf einem Hackertreffen des Chaos Computer Club in Finowfurt in Brandenburg bekanntgab. Die Hacker sollen nun die kommenden Tage testen, ob sie eine Lücke in der Sicherheitsarchitektur der Software von Openleaks finden. Ist dies nicht der Fall, soll die Seite in den Dauerbetrieb gehen.
Domscheit-Berg war Sprecher der durch spektakuläre Enthüllungen etwa zu den Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak oder die Veröffentlichung von Depeschen der US-Botschaften bekannt gewordenen Seite Wikileaks. Im Streit mit dessen Vorzeigefigur Julian Assange verließ der Deutsche aber im vergangenen Jahr Wikileaks. An Openleaks sind die Tageszeitung "taz", die Wochenzeitung "Freitag", die Verbraucherorganisation Foodwatch sowie die portugiesische Wochenzeitung "Expresso" und die dänische Tageszeitung "Dagbladet Information" beteiligt.
Hinweisgeber, so genannte Whistleblower, können ihre Informationen im Gegensatz zu Wikileaks nicht direkt auf Openleaks veröffentlichen. Sie bekommen dort lediglich eine Infrastruktur, mit der sie ihre Dokumente nach Angaben von Openleaks sicher und anonym an Verlage und Nichtregierungsorganisationen schicken können. Diese prüfen diese Hinweise dann auf ihren Gehalt und können sie veröffentlichen. Hauptvorteil von Openleaks soll sein, dass die Technik den Absender verschleiert und sicherstellt, dass die Dokumente anonymisiert sind. Auch der Zeitpunkt der Einsendung und des Webseitenbesuchs werde verschleiert.
AFP
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