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Erschaffung des Universums: 14 Mrd. Jahre in wenigen Monaten

Wissenschaftler erstellen die bislang beste Simulation des Universums vom Urknall bis heute. Die neue Technik berechnet detailliert die Geburt und Entwicklung von tausenden Galaxien über Milliarden von Jahren.

Künstlerische Illustration der Entstehung des Universums aus dem Urknall heraus.
Künstlerische Illustration der Entstehung des Universums aus dem Urknall heraus.

Ein deutsch-amerikanisches Team des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) hat mit einem Heidelberger Computerprogramm die ganze Bandbreite von Galaxien, die wir in unserer kosmischen Umgebung sehen, erschaffen. Erstmals sei es nun möglich, ein Universum von Grund auf zu konstruieren, das die ganze Vielfalt von Galaxien enthält, die wir um uns herum beobachten, erläutert CfA-Wissenschaftler Mark Vogelsberger

Die Forscher benutzten ein Computerprogramm namens Arepo, das Volker Springel vom Heidelberger Institut für Theoretische Studien geschrieben hat. Das private Forschungsinstitut wird von der Klaus Tschira Stiftung getragen. Frühere Simulationen hätten stets Schwierigkeiten gehabt, die majestätischen Spiralgalaxien mit ihren gigantischen Scheiben und Armen zu erzeugen, die in unserer Nachbarschaft häufig sind. Stattdessen seien stets eher klumpige Sternsysteme entstanden.

Arepo umgehe dieses Problem, indem es den simulierten Kosmos nicht in ein starres Gitter einteile, sondern bewegliche und veränderliche Maschen in der Simulation verwende. Gefüttert wird es einzig mit dem "Echo des Urknalls", der bis heute sichtbaren komischen Hintergrundstrahlung, die rund 400.000 Jahre nach dem Urknall entstanden ist.

Auf den 1024 Prozessoren des Harvard-Supercomputers "Odyssey" konnten die Astrophysiker einen Ausschnitt des Universums von Anfang bis heute simulieren. Die Berechnung dieser knapp 14 Milliarden Jahre benötigte mehrere Monate. Ein normaler PC wäre damit allerdings Jahrhunderte beschäftigt gewesen, betonen die Forscher, die ihre Ergebnisse in insgesamt drei Aufsätzen in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (MNRAS) vorstellen. Als nächstes wollen sie einen deutlich größeren Ausschnitt des Universums in bisher unerreichter Detailauflösung simulieren und damit das bislang größte und realistischste Modelluniversum erschaffen.

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Quelle: n-tv.de

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