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Die klassischen Verfahren zur Frühdiagnose von Krebs dauern lang - und sind teuer.
Die klassischen Verfahren zur Frühdiagnose von Krebs dauern lang - und sind teuer.(Foto: picture alliance / dpa)

Frühdiagnose von Krebs: 16-Jähriger entwickelt Verfahren

Sterbenslangweilig findet Jack Andraka den Biologieunterricht - und liest deshalb interessantere Artikel unter der Schulbank. Einer davon verhilft ihm zu einer genialen Eingebung: Der 16-Jährige hat möglicherweise ein revolutionäres Verfahren zur Frühdiagnose von Krebs gefunden.

Bei der prestigeträchtigen Ideen- und Innovationskonferenz TED im südkalifornischen Long Beach hat der 16-jährige Jack Andraka für Aufsehen gesorgt. Der Teenager, der vor nicht allzu langer Zeit keine Ahnung hatte, was eine Bauchspeicheldrüse ist, entwickelte ein preiswertes Verfahren zur Frühdiagnose von Krebszellen in dem Organ. "Mit dem Internet ist alles möglich", sagte der Jugendliche, der vor drei Jahren einen Freund der Familie durch Bauchspeicheldrüsenkrebs verlor, am Mittwoch vor den Konferenzteilnehmern.

Schockiert über langsame Diagnose

Seitdem habe er im Internet nach Informationen über die Krebserkrankung gesucht, führte Andraka aus. Ihn habe schockiert, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs meist erst diagnostiziert wird, wenn es zur Heilung bereits zu spät sei. Außerdem sei der Diagnosetest 60 Jahre alt, "älter als mein Dad", und dazu noch "teuer" und "ungenau". Von den tausenden Proteinen im Blut von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs galt es Andraka zufolge, das Protein herauszufinden, das einen frühen Hinweis auf die Krankheit liefern könnte.

Im sterbenslangweiligen Biologieunterricht sei ihm beim Lesen einschlägiger Artikel unter der Bank die Erleuchtung gekommen, sagte Andraka. Das Rezept für die Herstellung von Papier-Teststreifen zum Nachweis des Proteins Mesothelin im Blut bezeichnete er als "ähnlich einfach" wie "die Herstellung von Schokoladenplätzchen, die ich liebe". Der Test koste drei Cent (zwei Eurocents), dauere nur Minuten und scheine 100 Prozent genau zu sein.

Quelle: n-tv.de

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