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Vor allem in Südamerika, Teilen Afrikas, dem Nahen Osten, dem Westen der USA, Europa und Asien wurden dieses Jahr bereits die Temperaturrekorde geknackt.
Vor allem in Südamerika, Teilen Afrikas, dem Nahen Osten, dem Westen der USA, Europa und Asien wurden dieses Jahr bereits die Temperaturrekorde geknackt.(Foto: picture alliance / dpa)

Weltweite Temperaturrekorde: 2015 könnte das wärmste Jahr werden

Der Trend zur weltweiten Erderwärmung hält weiter an. 2015 könnte sogar das wärmste jemals gemessene Jahr werden. Rekordhalter in Deutschland war bislang 2014, aber auch das könnte sich dieses Jahr ändern.

Das Jahr 2015 könnte nach Ansicht von Forschern weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen vor 135 Jahren werden. Auch in Deutschland könnte möglicherweise der Rekord gebrochen werden. Bisher sei hierzulande 2014 das wärmste Jahr gewesen, sagte die Vorsitzende der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG), Gudrun Rosenhagen, bei der 10. Deutschen Klimatagung in Hamburg. Und dieses Jahr sei bis jetzt auf dem besten Wege, diese Zahlen noch zu übertreffen.

Der Trend zur Erderwärmung sei ungebrochen. So fielen global zehn und in Deutschland sieben der wärmsten bislang gemessenen Jahre auf das 21. Jahrhundert, heißt es in einer neuen Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zum Klimawandel.

Weltweit heißester August

Bis einschließlich August wich dieses Jahr nach Angaben des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation global bislang um 0,81 Grad vom langjährigen Mittel ab und wäre damit das wärmste Jahr seit 1880. Der vergangene Monat war nach Messungen der US-Klimabehörde NOAA weltweit der heißeste August seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,88 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15,6 Grad Celsius gelegen, teilte die Behörde mit.

Damit übertreffe der August 2015 den gleichen Monat des Vorjahres, der der bisherige Rekordhalter war, um 0,09 Grad Celsius. Der August war damit auch nach Februar, März, Mai, Juni und Juli bereits der sechste Monat der Jahres, der seinen jeweiligen Temperaturrekord geknackt hat, wie die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) weiter mitteilte.

Temperaturrekorde wurden der Behörde zufolge vor allem in Südamerika, Teilen Afrikas, dem Nahen Osten, dem Westen der USA, Europa und Asien geknackt. Mit dem Klimawandel einher gehe "ganz sicher" eine Erhöhung des mittleren Meeresspiegels, sagte der Leiter des Instituts für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Prof. Hans von Storch, auf der Fachtagung. Insofern lägen die Hamburger richtig, wenn sie in Klima-Umfragen stets die Furcht vor Sturmfluten an erster Stelle nennen.

Erhöhung des Meeresspiegels

Es gebe zwar keine Hinweise, dass auch die Stürme in den vergangenen Jahren stärker geworden seien. Gleichwohl sollte die Zeit sinnvoll genutzt werden, um der für die kommenden 25 Jahre vorhergesagten Erhöhung des Meeresspiegels um bis zu 30 Zentimeter vernünftig begegnen zu können. "Wir müssen nicht sofort mit dem Spaten loslaufen und die Deiche erhöhen", sagte Storch. "Aber wir sollten die Zeit nutzen, um uns vorzubereiten."

Bei der bis Donnerstag laufenden Klimatagung beraten rund 250 Wetterkundler und Klimaforscher unter anderem über die wirtschaftliche und soziale Dimension des Klimawandels. Außerdem stehen Fragen der Grundlagenforschung, aber auch der anwendungsorientierten und technisch orientierten Wissenschaften auf der Tagesordnung. Die Deutsche Klimatagung wurde 1989 ins Leben gerufen, damals noch mit dem Ziel, den Austausch zwischen Klimaforschern aus Ost- und Westdeutschland zu fördern.

Quelle: n-tv.de

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