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Auswirkung der Eisschmelze: Algenblüte setzt früher ein

Schwerwiegende Auswirkungen vermutet: Wie eine Auswertung von Satellitendaten zeigt, setzt die Algenblüte in der Arktis immer früher ein. Ursache ist offenbar der Klimawandel, der das Eis in der Nordpolregion zum Schmelzen bringt.

Algenblüte auf der Ostsee: Die Satellitenaufnahme zeigt das Danziger Becken und die Ostsee vor Kaliningrad und Litauen sowie das südliche Ende Gotlands. (Archivbild vom 21.07.2010)
Algenblüte auf der Ostsee: Die Satellitenaufnahme zeigt das Danziger Becken und die Ostsee vor Kaliningrad und Litauen sowie das südliche Ende Gotlands. (Archivbild vom 21.07.2010)(Foto: picture alliance / dpa)

Steigende Temperaturen und schmelzendes Eis könnten die Ursache für die zunehmend früher einsetzende Algenblüte der Arktis sein. Das berichten Forscher der Scripps Institution of Oceanography an der University of California in San Diego.

Das Team hatte Satellitendaten aus den Jahren zwischen 1997 und 2010 ausgewertet. Die Bilder zeigen unter anderem die Verteilung des Phytoplanktons im Wasser. Im Laufe der Jahre trat die Planktonblüte während des Frühlings zunehmend früher auf, in einigen Bereichen gar bis zu 50 Tage früher. Das könnte, so teilen die Forscher mit, erhebliche Auswirkungen sowohl auf den Kohlenstoffkreislauf als auch auf die Nahrungskette in der ganzen Region haben. Die Resultate sind im Journal "Global Change Biology" veröffentlicht.

Die früheren Algenblüten zeigen sich vor allem dort, wo das Eis abgenommen hat, schreiben die Forscher. Die ein- bis zweiwöchige Frühjahrsblüte der winzigen Algen trägt dank der Photosynthese große Mengen Kohlenstoff in die Nahrungskette und damit in das ganze Ökosystem ein. Phytoplankton wiederum stimuliert – als Nahrung – das Wachstum von Zooplankton, das Nahrungsgrundlage vieler Fische ist.

Nach Angaben von Hauptautor Mati Kahru ist nicht klar, ob sich die Konsumenten der früheren Blüte anpassen und damit einen Nahrungsmangel in kritischen Überlebenssituationen vermeiden können. Im schlimmsten Fall schlüpfen Larven zu früh oder zu spät – und finden dann keine Nahrung. "Der Trend hin zu früheren Algenblüten könne sich auf die an andere Bereiche des Arktischen Ozeans ausbreiten und die ganze Nahrungskette betreffen."

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Quelle: n-tv.de

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