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Der in einen langgestreckten Süd- und Nordteil zerfallene Aralsee im Jahr 2014: Die schwarze Umrandung zeigt den Uferstand im Jahr 1960.
Der in einen langgestreckten Süd- und Nordteil zerfallene Aralsee im Jahr 2014: Die schwarze Umrandung zeigt den Uferstand im Jahr 1960.(Foto: Nasa )

Ehemals viertgrößter See der Erde: Aralsee nahezu vollständig ausgetrocknet

Wo sich einst eine Wasserfläche von der Größe Bayerns befand, ist heute praktisch nur noch eine Pfütze. Bilder der Nasa vom ausgetrockneten Aralsee belegen eine der größten Umweltkatastrophen der letzten Jahrzehnte.

Der auf der Grenze zwischen Kasachstan und Usbekistan gelegene Aralsee ist nahezu vollständig verschwunden. Auf einer Animation von Bildern aus den letzten 15 Jahren zeigt die US-Raumfahrtbehörde Nasa, wie der einstmals flächenmäßig viertgrößte See der Erde von Jahr zu Jahr mehr Wasser verliert. Das Verschwinden des Aralsees gilt als eine der größten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte.

Die Nasa veröffentlichte auch eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die den Aralsee im Jahr 1960 zeigt.
Die Nasa veröffentlichte auch eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, die den Aralsee im Jahr 1960 zeigt.

Wissenschaftlern zufolge hat der See mittlerweile nur noch rund zehn Prozent seiner ehemaligen Fläche von knapp 70.000 Quadratkilometern - also fast so groß wie das deutsche Bundesland Bayern. Durch ein bisher besonders trockenes Jahr 2014 ist zudem die Osthälfte des Sees zum ersten Mal in der Geschichte komplett ausgetrocknet, wie die Nasa meldet.

Die Zuflüsse aus Schmelzwasser des einst in der Sowjetunion gelegenen Aralsees wurden in den 1960er-Jahren in die Wüste umgeleitet, um so Wasser für die dortige Industrie und Landwirtschaft zu gewinnen. Für die zuvor florierende Fischereiwirtschaft und die von ihr abhängigen Dörfer am See kam diese Maßnahme in einer der trockensten Regionen der Welt einer Katastrophe gleich. Zahlreiche Schiffswracks, die heute mitten in der Wüste liegen, zeugen vom plötzlichen und verheerenden Rückgang des Binnengewässers.

Austrocknung verschärfte Klimaextreme

Das immer salziger werdende Wasser wurde zudem mit Düngemitteln und Pestiziden verunreinigt. Durch den sinkenden Wasserstand zerfiel der zuvor riesige See in mehrere einzelne Wasserflächen. Der zurückbleibende und mit Chemikalien versetzte Staub aus dem früheren Seeboden und Flussbett entwickelte sich zudem zur Gesundheitsgefahr für Anwohner und Landwirtschaft in der Region.

Variierte der Wasserstand anfänglich noch stark, so war in den vergangen Jahren eine immer raschere Tendenz zur Austrocknung zu beobachten. Der vormals moderierend auf das Klima wirkende Effekt der großen Wasserfläche nahm mit dem Verschwinden des Sees ab, wodurch auch die Temperaturen extremer wurden und so die Austrocknung beschleunigten.

Die Regierung von Kasachstan unternahm 2005 einen letzten Versuch, einen Teil des Sees zu retten und errichtete den Kokaral-Staudamm zwischen dem größeren Süd- und kleineren Nordteil. Dies bedeutete praktisch das Todesurteil für den Südteil, der ohnehin als unwiederbringlich verloren angesehen wurde. Für den Nordteil wurden seitdem immerhin leichte Zugewinne beim Wasserstand gemessen.

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Quelle: n-tv.de

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