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Auch auf dieser Esa-Aufnahme gut zu sehen: "2012 DA 14" hinterlässt einen Strich in der Drei-Minuten-Aufnahme.
Auch auf dieser Esa-Aufnahme gut zu sehen: "2012 DA 14" hinterlässt einen Strich in der Drei-Minuten-Aufnahme.(Foto: picture alliance / dpa)

Über den Wolken: Asteroid kaum zu sehen

Nun ist er schon so nah, dass man ihn sogar als Hobbyastronom am Himmel entdecken kann, und dann spielt das Wetter nicht mit. Eine dichte Wolkendecke verhindert in Deutschland den Blick auf den Asteroiden "2012 DA 14". Doch eine Sternwarte in Heppen weiß sich zu helfen.

Alle halten die Luft an, schauen in einer Sternwarte im südhessischen Heppenheim auf eine große Leinwand - dann die erlösende Nachricht: "Da ist er". Der Asteroid "2012 DA 14" ist auf einem Foto zu sehen, als weißer Strich auf schwarzem Hintergrund, umgeben von Sternen, die kleine Punkte sind. Der Asteroid raste am Freitagabend mit dem unvorstellbaren Tempo von 28.600 Stundenkilomentern an der Erde vorbei - zwar 27.800 Kilometer entfernt, doch so haarscharf wie kein jemals vorhergesagter vor ihm.

"Wetter ist ein großer Feind"

Das Schauspiel hätten viele Menschen rein theoretisch mit einem Fernglas am Himmel beobachten können. In den meisten Teilen Deutschlands hatte sich aber eine Wolkendecke davorgeschoben. Auch in Heppenheim, aber hier wurde die Klippe umschifft.

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Die Starkenburg-Sternwarte suchte sich nämlich im Ausland eine freie Stelle am Himmel. Sie zapfte ein Teleskop in St. Michel l'Observatoire in Südfrankreich an, zu dem es Kontakte gibt. "Das Wetter ist ein großer Feind von uns ", erzählt Dominik Elsässer, Astrophysiker an der Universität Würzburg und Mitglied des Vereins Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim. "In Deutschland können wir das meistens vergessen", bedauert Mitglied Andreas Willberger.

Von den Wettervorhersagen vorgewarnt, bereiteten sich die Astronomen auf die Wolkendecke vor. In Südfrankreich war das Wetter ideal: freier Himmel.

Strich statt Punkt

Rund 160 Mitglieder hat der Verein Starkenburg-Sternwarte, Vorsitzender ist Rainer Kresken. Zuvor hatte der Ingenieur der europäischen Weltraumorganisation Esa im nahe gelegenen Darmstadt den ganzen Tag erklärt, warum der Absturz des Meteoriten in Russland so viel Schaden anrichtete.

Später am Abend sah die Sternwarte den Asteroiden. Auf dem Foto ist er ein langer Streif und nicht ein kleiner Punkt, der sich am Himmel bewegt. Kein Wunder: Die Bilder wurden 20 Sekunden lang belichtet, der rasende Asteroid geriet zu einem hellen Strich.

Wie beim Tontauben-Schießen

Ihn zu erwischen war nicht einfach. Das Teleskop in Südfrankreich musste rechtzeitig so in Position gebracht werden, dass auf den Auslöser gedrückt und ein Foto geschossen werden konnte. "Der Asteroid ist so schnell, dass man ihn als Punkt kaum einfangen kann", meinte Carolin Liefke, Sternwarte-Mitglied und Astrophysikerin von der Universität Heidelberg.

Nach Ansicht von Elsässer muss man sich bei einer Foto-Jagd nach so einem Asteroiden per Teleskop verhalten wie ein Schütze beim Tontauben-Schießen: Schon mal dahin halten, wo das Ziel vorbeikommt - und rechtzeitig abdrücken.

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Quelle: n-tv.de

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