Wissen
Radiobild des aktiven Galaxienkerns BL Lacertae, gemessen mit RadioAstron bei 1,3 Zentimetern Wellenlänge mit einer Rekord-Winkelauflösung von nur 21 Mikro-Bogensekunden. Die extrem elliptische Umlaufbahn des Weltraum-Radioteleskops um die Erde führt zu einer ausgeprägten Richtungsabhängigkeit der Winkelauflösung, durch die im Bild dargestellte Strukturen sehr stark elliptisch auseinandergezogen erscheinen.
Radiobild des aktiven Galaxienkerns BL Lacertae, gemessen mit RadioAstron bei 1,3 Zentimetern Wellenlänge mit einer Rekord-Winkelauflösung von nur 21 Mikro-Bogensekunden. Die extrem elliptische Umlaufbahn des Weltraum-Radioteleskops um die Erde führt zu einer ausgeprägten Richtungsabhängigkeit der Winkelauflösung, durch die im Bild dargestellte Strukturen sehr stark elliptisch auseinandergezogen erscheinen.(Foto: © nach Vorlage J.L. Gomez et al., The Astrophysical Journal)

100.000-Kilometer-Teleskop: Bislang schärfstes Astro-Bild gelingt

Astronomen schalten für eine Rekordaufnahme 15 irdische Radioteleskope mit einem Radiosatelliten zusammen. Das virtuelle Teleskop hat einen Durchmesser von rund 100.000 Kilometern und sieht noch 1000 Mal schärfer als das Weltraumteleskop "Hubble".

Bilderserie

Mit Hilfe eines virtuellen Riesenteleskops ist Forschern das bislang detailschärfste Bild in der Astronomie gelungen. Die Aufnahme im Radiobereich des elektromagnetischen Spektrums zeigt den 900 Millionen Lichtjahre entfernten Teilchenstrahl aus einem aktiven Schwarzen Loch, wie das US-Radioastronomie-Observatorium NRAO in Socorro erläuterte. Ein Lichtjahr ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Ein internationales Astronomenteam hatte für die Rekordaufnahme 15 irdische Radioteleskope mit dem russischen Radiosatelliten "Spektr-R" zusammengeschaltet. So ergab sich ein virtuelles Teleskop mit einem Durchmesser von rund 100.000 Kilometern. Es kann noch 1000 Mal schärfer sehen als das Weltraumteleskop "Hubble", wie das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn berichtete, wo die Daten verarbeitet wurden.

Mit ihrem virtuellen Teleskop nahmen die Forscher die aktive Galaxie BL Lacertae im Sternbild Eidechse (Lacerta) ins Visier. Im Zentrum dieser Galaxie haust ein gigantisches Schwarzes Loch, das sich große Mengen Materie einverleibt. Ein Teil der Materie wird jedoch in einem gebündelten Strahl ins All hinausgeschleudert, bevor er vom Schwarzen Loch verschluckt werden kann. Die Aufnahme zeigt die Radiostrahlung aus diesem Materiestrahl.

Die Detailschärfe ist dabei so groß, dass sich noch ein drei Zentimeter großes Objekt auf dem Mond erkennen ließe. Das ist etwas größer als eine Zwei-Euro-Münze (Durchmesser 2,6 Zentimeter). Wegen der gigantischen Entfernung erscheint die Aufnahme des Materiestrahls dennoch verschmiert. Die Wissenschaftler stellen ihre Beobachtung im Fachblatt "The Astrophysical Journal" vor.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen