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Vor allem für Kinderaugen sollen Smartphones schädlich sein.
Vor allem für Kinderaugen sollen Smartphones schädlich sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Britischer Augen-Chirurg warnt vor Epidemie: Machen Smartphones kurzsichtig?

Haben andere Augenärzte keine Ahnung oder ist der britische Laser-Chirurg David Allamby einer Sensation auf der Spur? Er behauptet, seit es Smartphones gibt, sei die Zahl der an Kurzsichtigkeit erkrankten Menschen um 35 Prozent gestiegen.

2005 gab es Berichte, Computer machten kurzsichtig, früher glaubte man, Lesen bei Kerzenlicht schädige die Augen. Wie ein n-tv.de-Interview mit einem Augenarzt zeigt, gibt es viele Legenden rund ums Auge. Jetzt sorgt der britische Chirurg David Allamby für Aufsehen. Er sagte der Zeitung "Daily Mail", seit 1997 die ersten Smartphones auf den Markt kamen, habe die Zahl der kurzsichtigen Menschen um 35 Prozent zugenommen. In den kommenden zehn Jahren könnte die Zahl sogar auf 50 Prozent steigen. Allamby nennt das Phänomen "Bildschirm-Kurzsichtigkeit".

Der Laser-Chirurg sagt, die Hälfte aller Briten habe ein Smartphone und sie nutzten es durchschnittlich zwei Stunden am Tag. Zusammen mit der Zeit, die sie vor dem Computer oder Fernseher verbringen, steigere dies vor allem das Risiko von Kindern oder jungen Menschen, ihre Sehkraft dauerhaft zu schädigen.

Erbfaktoren länger aktiv

Die "Daily Mail" schreibt, einer neuen Studie zufolge, hielten Smartphone-Nutzer ihr Gerät durchschnittlich 30 Zentimeter von ihrem Gesicht entfernt, bei Zeitungen oder Büchern betrage der Abstand 40 Zentimeter. Allamby behauptet, Erbfaktoren, die für Kurzsichtigkeit verantwortlich seien, blieben länger aktiv, wenn man zu lange zu nahe auf Bildschirme blicke. Normalerweise stabilisiere sich die Kurzsichtigkeit ungefähr mit 21 Jahren, so seien die Gene teilweise noch bis über das 40. Lebensjahr hinaus weiter aktiv.

"Wenn es so weitergeht, sage ich voraus, dass 2033 als Folge eines Lebens vor Bildschirmen 40 bis 50 Prozent der über 30-Jährigen kurzsichtig sein könnten", sagt der Augen-Chirurg. Vor allem Kinder seien durch diese "Epidemie" gefährdet, manche bekämen bereits mit sieben Jahren ihr erstes Smartphone.

Mit einer wissenschaftlichen Studie hat Allamby seine These von den länger wirkenden Genen durch exzessiven Smartphone-Gebrauch bisher nicht belegen können. Und bevor 2007 das iPhone auf den Markt kam, wurden Smartphones nur selten und schon gar nicht von Kindern genutzt.

Es gibt aber eine Studie, bei der unter Leitung des Londoner King's College 24 neue Erbfaktoren entdeckt wurden, die vermutlich im Zusammenhang mit Kurzsichtigkeit stehen. Ein beteiligter Wissenschaftler sagte dem britischen "Independent", dass die Erbfaktoren zusammen mit äußeren Einflüssen das Risiko von Kindern, an Kurzsichtigkeit zu erkranken, bestimmten. Dazu gehörten auch die Freizeitaktivitäten. Sehr wahrscheinlich sei es besser für Kinder, draußen statt im Zimmer am Computer zu spielen, sagte der Professor.

Quelle: n-tv.de

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