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Rotwildkühe in einem Wildgehege: Beim Kampf um die Futterplätze kann Dominanz zum Verhängnis werden.
Rotwildkühe in einem Wildgehege: Beim Kampf um die Futterplätze kann Dominanz zum Verhängnis werden.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hoher Energieverbrauch: Chef-Hirsche sterben in Notzeiten eher

Der Chef zu sein, ist richtig anstrengend. Geradezu lebensbedrohlich kann es aber in Notzeiten werden, jedenfalls für Rothirsch-Weibchen. Da bringt es auch nichts, dass man mehr zu fressen bekommt.

Dominanz kostet - das gilt zumindest bei Rothirschen. Hochrangige Hirschkühe hätten einen aktiveren Stoffwechsel und benötigten daher mehr Energie, berichten Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Fachjournal "Physiological and Biochemical Zoology". Als Chefs hätten sie zwar Vorrang an den Futterplätzen, das reiche aber nicht als Ausgleich für den höheren Stoffumsatz. In Hungerphasen - wie etwa im Winter - könne das dominanten Tieren zum Verhängnis werden.

Die Wissenschaftler um Christopher Turbill hatten Hirschkühe einer Rothirsch-Gruppe (Cervus elaphus) mit kleinen Transmittern versehen, die in den Pansen eingebracht wurden. Über ihn wurden Herzschlag und Körpertemperatur der Tiere - typische Marker des Stoffwechsels - registriert. Die Rangordnung in der Gruppe, zu der nur Weibchen gehörten, wurde über Verhaltensbeobachtungen erfasst.

Die Tiere konnten sich in einem 45 Hektar großen Gelände frei bewegen. Im Winter bekamen sie ergänzend Futterpellets aus einem Automaten. Zeitweise schränkten die Forscher dieses Angebot ein, um die physiologischen Folgen für die Tiere zu analysieren.

Rothirsche zehren im Winter von ihren eingelagerten Fettreserven. Zudem wird der Stoffwechsel in kalten Winternächten drastisch heruntergefahren. Den dominierenden Weibchen der Gruppe sei dies deutlich schlechter gelungen, schreiben die Forscher. Sie hätten einen schnelleren Herzschlag und eine höhere Körpertemperatur als rangniedrigere Tiere gehabt. In der Konsequenz hätten sie in den Wintermonaten deutlich mehr Gewicht verloren. Ähnliche Ergebnisse seien auch bei anderen Tieren zu erwarten.

Quelle: n-tv.de

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