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Hier fällt garantiert kein Sack Reis um: Gut gestapelt wartet dieser Reis auf seine Weiterverarbeitung. In China sollen sich die Erntebedingungen zukünftig verbessern.
Hier fällt garantiert kein Sack Reis um: Gut gestapelt wartet dieser Reis auf seine Weiterverarbeitung. In China sollen sich die Erntebedingungen zukünftig verbessern.(Foto: REUTERS)

Klimawandel verringert Ernten: China profitiert, Brasilien verliert

Dass der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten gravierende Auswirkungen haben wird, ist unstrittig. Forschern zufolge wird die weltweite Agrarfläche zwar wachsen, Landwirte werden weltweit aber weniger Ernten einfahren. Auch in Deutschland ändert sich einiges.

Der Klimawandel vergrößert zwar die weltweite Agrarfläche, die Zahl der Ernten wird aber sinken. Das haben Münchner Geographen herausgefunden. Sie untersuchten, inwiefern sich die Erderwärmung auf die Böden auswirkt.

Demnach sind besonders Landwirte in tropischen Regionen die Leidtragenden, etwa in Brasilien oder Afrika südlich der Sahara. Bauern dort sollen zukünftig weniger Ernten pro Jahr einholen können.

"In den Tropen können Sie in weiten Teilen heute drei Ernten pro Jahr einfahren, da ganzjährig genug Niederschlag und Wärme vorhanden ist, die für das Pflanzenwachstum notwendig sind. Hier wird sich bis 2100 die Möglichkeit von drei Ernten pro Jahr auf zwei reduzieren.", erklärt Dr. Fabian Zabel gegenüber n-tv.de. Der Grund: Höhere Temperaturen und mehr Trockenzeiten.

Qualität des Nutzlands nimmt ab

Sojaernte in Brasilien
Sojaernte in Brasilien(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) zufolge erhöht sich zwar die landwirtschaftlich nutzbare Fläche bis zum Jahr 2100 weltweit um etwa 5 Millionen Quadratkilometer. Insbesondere Länder in der nördlichen Hemisphäre wie China, Kanada und Russland würden vom Klimawandel profitieren, da dort mehr Ackerland entstehen könne.

Das neue Nutzland eignet sich aber nur mäßig für die Landwirtschaft. "Vor allem der Anteil der sehr gut geeigneten Flächen nimmt ab", so Zabel. Das trifft besonders auf tropische Gebiete Brasiliens, Asiens und Zentralafrikas. Hier verschlechtern sich die Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion massiv.

In Deutschland verschiebt sich die Erntezeit

Weniger sehr gute, dafür mehr mäßig geeignete Nutzflächen - das trifft bis 2100 auch auf Deutschland zu. Hierzulande wird sich aber am stärksten die Erntezeit verschieben.

Im Jahr 2100 wird Mais in Deutschland 23 Tage früher als jetzt abgebaut.
Im Jahr 2100 wird Mais in Deutschland 23 Tage früher als jetzt abgebaut.(Foto: dpa)

"In Deutschland verlängert sich zwar die Wachstumsperiode bis ins Jahr 2100 deutlich, für zwei Ernten pro Jahr reicht es aber noch nicht aus." So verschiebe sich z.B. der Beginn der optimalen Anbauperiode für den Mais in Deutschland im Schnitt 23 Tage ins Frühjahr.

"Unsere Ergebnisse sind mit Blick auf aktuelle Schätzungen brisant, wonach sich die Nachfrage nach Nahrung aufgrund der steigenden Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln wird", betonte Zabel.

Mit Fleisch-Konsum wächst Bedarf an Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Flächen aber werden in Zukunft immer mehr gebraucht: Infolge des steigenden Fleischkonsums werden mehr Futtermittel benötigt, genauso wie Pflanzen zum wachsenden Ausbau der Bioenergie. Schon jetzt werden zwei Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen auch als solche verwendet.

Noch gibt es Chancen, ein wenig fruchtbares Ackerland zu retten. Als nächstes wollen die Forscher herausfinden, wie Landwirte Felder besser nutzen können - und zwar so dass das bestehende Ökosystem bewahrt wird.

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Quelle: n-tv.de

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