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An sechzig wild lebenden Koalas wurde die Impfung bereits getestet.
An sechzig wild lebenden Koalas wurde die Impfung bereits getestet.(Foto: dpa)

Bedrohte Koalas in Australien: Chlamydien-Impfung bringt Erfolg

Es gibt verschiedene Gründe, warum Koalas als bedroht eingestuft werden - einer davon sind Chlamydien. Die Geschlechtskrankheit breitet sich unkontrolliert unter den australischen Nationalbären aus. Forscher können jetzt helfen.

Australische Wissenschaftler sind nach eigenen Angaben bei der Suche nach Hilfe für die bedrohten Koalas einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Eine von ihnen entwickelte Impfung könnte die beliebten kleinen Beutelbären gegen die bei der Fortpflanzung übertragene Chlamydien-Infektion schützen, die bei ihnen zu Blindheit, Unfruchtbarkeit und zum Tod führen kann. Ein erster Test mit 60 wild lebenden Koalas sei ein großer Erfolg gewesen, sagte der Mikrobiologe Peter Timms von der Sunshine-Coast-Universität im Bundesstaat Queensland.

Für die Entwicklung des Impfstoffs brauchten Timms und seine Kollegen fünf Jahre. Für ihren Feldversuch impften sie nun 30 der Tiere, die übrigen ließen sie unbehandelt. Ein Teil der Tiere war zu Beginn der Beobachtung gesund, andere waren infiziert oder zeigten bereits die typischen Symptome wie etwa Infektionen der Augen und der Fortpflanzungsorgane.

Timms sprach von vielversprechenden Ergebnissen: Bei allen geimpften Tiere habe das Immunsystem gut reagiert; infizierte Tiere hätten zudem keine Symptome entwickelt, bei den bereits erkrankten Tieren seien die Symptome zurückgegangen. Die Forscher wollen ihren Versuch nun mit einer größeren Gruppe von Koalas fortsetzen.

Die australische Regierung sieht die kuscheligen Beuteltiere als bedroht an. Grund dafür sind neben der Zerstörung ihres Lebensraums und anderen Faktoren auch Krankheiten wie etwa die Infektion mit Chlamydien. Bei der Ankunft der ersten Siedler im Jahr 1788 lebten etwa zehn Millionen Koalabären auf dem fünften Kontinent. Heute wird ihre Zahl auf 43.000 geschätzt.

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Quelle: n-tv.de

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