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Deformierte Kinderköpfe: Das Zika-Virus breitet sich aus

Hielt man Zika-Infektionen noch vor wenigen Jahren für selten und weitgehend harmlos, schlagen nun die ersten Länder Alarm. In Amerika breitet sich das Virus immer weiter aus, auch in Europa gibt es Infizierte. Wie bedrohlich ist Zika? Die Fakten im Überblick.

Die Karte zeigt rot schraffiert, wo sich das Zika-Virus in den vergangenen neun Monaten innerhalb des jeweiligen Landes ausbreitete - also nicht eingeschleppt wurde.
Die Karte zeigt rot schraffiert, wo sich das Zika-Virus in den vergangenen neun Monaten innerhalb des jeweiligen Landes ausbreitete - also nicht eingeschleppt wurde.(Foto: European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC))

Wie äußert sich das Zikafieber? Oft verläuft eine Ansteckung mit dem Zika-Virus unbemerkt, nur ein Fünftel der infizierten Personen entwickelt überhaupt Symptome. Dann kommt es zu Hautausschlag, leichtem Fieber und Gelenkschmerzen, auch eine Bindehautentzündung ist möglich. In manchen Fällen geht die Krankheit mit Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen einher. Meist verläuft die Infektion recht mild und harmlos. Die Symptome klingen spätestens nach einer Woche ab. Gesicherte, vom Zika-Virus verursachte Todesfälle gibt es bislang nicht, jedoch drei Verdachtsfälle in Kolumbien.

Warum bereitet das Zika-Virus dennoch Sorge? Für Schwangere beziehungsweise das ungeborene Kind sowie für Neugeborene ist das Virus gefährlich, weil es eine Mikrozephalie auslösen kann. Der Kopf des Babys bleibt dann ungewöhnlich klein, das Gehirn entwickelt sich nicht gesund. Eine geistige Behinderung ist die Folge.

Bei Erwachsenen steht das Zika-Virus im Verdacht, das Guillain-Barré-Syndrom hervorrufen zu können. Diese Nervenerkrankung geht mit Lähmungserscheinungen einher, die in schweren Fällen auch die Atemmuskulatur betreffen. Dann ist eine künstliche Beatmung notwendig. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) "sind weitere Forschungsanstrengungen notwendig, bevor gesagt werden kann, ob es irgendeinen Zusammenhang gibt."

Wie wird das Zika-Virus übertragen? Durch das gleiche Tierchen, das auch den Erreger des Dengue-Fiebers weitergeben kann: die Aedes-Mücke. Sie ist in tropischen und subtropischen Breiten heimisch. In Einzelfällen scheint eine Übertragung des Virus durch Sex möglich zu sein.

Joao Batistas einen Monat alte Tochter Alice Vitoria leidet an Mikrozephalie.
Joao Batistas einen Monat alte Tochter Alice Vitoria leidet an Mikrozephalie.(Foto: dpa)

Wo und wie schnell breitet sich das Zika-Virus aus? Von Brasilien ausgehend verbreitete es sich vor allem in Amerika. Einzelne Zika-Infektionen gibt es auch in Europa, etwa in Deutschland, der Schweiz und Dänemark. Bis zum Juni 2016 sind in Deutschland 56 Zika-Fälle behördlich erfasst worden. Die Betroffenen holten sich das Virus auf einer Reise in ein tropisches Land. In Asien sind Erkrankungen im südöstlichen Teil des Kontinents bekannt.

Entdeckt wurde das Zika-Virus 1947 im Zikawald im afrikanischen Uganda. Dort tauchte es nur sporadisch auf. 2007 wurde es dann plötzlich im Pazifikraum festgestellt, in Mikronesien, 2013/14 in Französisch-Polynesien. Zur massiven Ausbreitung des Virus kam es aber erst, als es in Brasilien auftrat. Wie es dorthin kam, ist unklar. Eine Theorie ist, dass es während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 von Touristen eingeschleppt wurde.

Wie kann man sich schützen? "Schwangere sollten generell von vermeidbaren Reisen in Zika-Endemie-Gebiete absehen", rät das Auswärtige Amt in Berlin. Eine Impfung gegen das Zikafieber gibt es genauso wenig wie Medikamente. Vorbeugend empfehlen sich Moskitoschutzmittel und Mückennetze.

In Brasilien waren Hunderttausende Soldaten im Einsatz, um die Aedes-Mücken mit Pestiziden zu bekämpfen. Auf diese Weise rückten sie auch dem gefährlichen Dengue-Virus zu Leibe.
Was gut ist: Wer sich einmal mit dem Zika-Virus infiziert hat, ist sein Leben lang immun.

Quelle: n-tv.de

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