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Die Gletscher auf der Polarinsel Grönland  schmelzen durch den Klimawandel offensichtlich deutlich schneller als bisher bekannt.
Die Gletscher auf der Polarinsel Grönland schmelzen durch den Klimawandel offensichtlich deutlich schneller als bisher bekannt.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Ergebnisse für Skeptiker präsentiert: "Der Klimawandel ist real"

Es gibt Menschen, sogar unter Forschern, die der Meinung sind, dass es vielleicht gar keinen Klimawandel gibt. Um diese Menschen eines Besseren zu belehren, präsentiert Richard Muller von der Universität Berkeley die Ergebnisse einer Studie, für die namhafte Forscher angeheuert wurden.

Dieses Ergebnis muss die Skeptiker des Klimawandels schwer verunsichert haben. Vor kurzem kam ausgerechnet eine von ihnen mitfinanzierte große Studie zu dem Schluss, dass sich die Erdoberfläche seit Mitte der 1950er-Jahre um etwa ein Grad Celsius erwärmt hat. Damit nicht genug: "Unsere größte Überraschung war, dass die neuen Ergebnisse so stark mit den Werten übereinstimmen, die zuvor von anderen Teams in den USA und Großbritannien veröffentlicht wurden." Das sagte Professor Richard Muller, wissenschaftlicher Direktor an der Universität Berkeley und Chef des Berkeley Earth Surface Temperature Project.

Die Temperaturen steigen.
Die Temperaturen steigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Journal "Nature Climate Change" ergänzt er nun: "Menschen die sagen, es gibt keinen Klimawandel, wollen vielleicht auf unsere Daten blicken und ihre Meinung überdenken.” Als nächstes wollen die Wissenschaftler die Ozeantemperaturen überprüfen. Sie hoffen, diese Arbeit 2012 abzuschließen.

Für die Studie waren namhafte Forscher angeheuert worden, etwa Nobelpreisträger Saul Perlmutter. Sie wurde unter anderem von der Charles G. Koch Charitable Foundation finanziert, die aus dem Öl- und Chemiekonsortium Koch Industries hervorging. Deren Mitbesitzer David Koch unterstützt auch die politisch rechts stehende "Tea Party"-Bewegung in den USA.

Klimawandel statt Hitze-Inseln

Skeptiker hatten unter anderem behauptet, dass ein großer Teil der vorher von anderen Gruppen gemessenen Erwärmung seine Ursache im Standort der Messstationen in städtischen Gebieten habe. Diese seien mit ihren Straßen und Häusern regelrechte "Hitze-Inseln". Wie das kalifornische Forscherteam nun berichtet, verzeichneten auch die ländlichen Regionen Temperaturanstiege. "Wir haben sorgfältige Studien zu den legitimen Fragen unternommen, die von den Kritikern aufgeworfen wurden. Wir zeigen, dass keine dieser Einflussgrößen die Schlüsse anderer Gruppen nennenswert beeinflusst", sagte Muller.

Warum er von der Stiftung Geld angenommen habe?, wollte das Journal von Muller wissen. "Sie haben uns das Forschungsgeld ohne jede Einschränkung gegeben. Ich denke, dass die Stiftung die Arbeit finanzierte, weil sie wirklich befürchtet hat, dass legitime Skepsis ignoriert wurde."

Temperaturaufzeichnungen aus 200 Jahren

Richard Muller sieht seine Tochter Elizabeth Muller skeptisch an.
Richard Muller sieht seine Tochter Elizabeth Muller skeptisch an.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Forscher hatten rund 1,6 Milliarden Temperaturaufzeichnungen der vergangenen 200 Jahre ausgewertet. "Wir haben 15 verschiedene Datensammlungen einbezogen und alle unsere Änderungen sorgfältig dokumentiert", erklärt Muller. Eine andere Statistik habe es erlaubt, auch unvollständige Datensätze einzubeziehen. Zudem sei all jenes, was sein Team weggelassen habe, sorgfältig gekennzeichnet worden. Damit werde die Vorgehensweise seines Team nachvollziehbar. Inzwischen sind vier wissenschaftliche Papiere mit den Resultaten bei wissenschaftlichen Journalen eingereicht, ergänzt Muller, zwei weitere seien in Vorbereitung.

Auf die Frage "Glauben Sie, dass die Resultate Skeptiker davon überzeugen werden, dass der Klimawandel real ist?" antwortet der Forscher: "Ich unterscheide zwischen Skeptikern und Leugnern. Die Skeptiker sind Leute, die ich respektiere – sie haben legitime Fragen aufgeworfen und sind nach meiner Erfahrung aufgeschlossen. Leugner sind Menschen, die mit einer Schlussfolgerung starten und nur jene Daten berücksichtigen, die diesen Schluss unterstützen. Ich glaube, dass die Resultate bei einigen Skeptikern die Meinung über die Realität des Klimawandels verändern können."

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Quelle: n-tv.de

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