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Einer der Eisheiligen, sowohl im Norden als auch im Süden Deutschlands: St. Pankratius, hier in der gleichnamigen Kirche in Schwetzingen.
Einer der Eisheiligen, sowohl im Norden als auch im Süden Deutschlands: St. Pankratius, hier in der gleichnamigen Kirche in Schwetzingen.(Foto: Wikipedia)

Eisheilige, kalte Sophie, Schafskälte: Die kalten Tage kommen noch

Für kühle und frostige Wetterphänomene im Frühjahr gibt es viele Namen. Was verbirgt sich hinter welcher Bezeichnung? Und wann müssen wir mit der Kälte rechnen?

Dass die "Eisheiligen" für eine bestimmte, oft erstaunlich kühle und frostige Zeit im fortgeschrittenen Frühjahr stehen, ist allgemein bekannt. Welche Heiligen sich konkret hinter der Bezeichnung verbergen, wissen weit weniger Menschen. Die "Eisheiligen" bezeichnen in Norddeutschland die Tage vom 11. bis 13. Mai. Das sind die Namenstage der drei Heiligen Mamertus, Pankratius und Servatius. In Süddeutschland rechnet man den 12. bis 14. Mai zu den "Eisheiligen". Dort zählt man daher neben Pankratius und Servatius den heiligen Bonifatius hinzu. Oft bezieht man auch den 15. Mai mit ein. Das ist der Namenstag der heiligen Sophie. Daher wird ein am 15. Mai spürbares Kältephänomen gern "kalte Sophie" genannt.

Dass die "Eisheiligen" in Süddeutschland einen Tag später beginnen als im nördlichen Teil, wird mit dem allmählichen Vorrücken der Kaltluft von Norden her erklärt.

Bauernregel ohne Nachweis

Die "Eisheiligen" gehen als Wetter- bzw. Witterungsereignis auf jahrhundertealte Beobachtungen von Bauern zurück. Diese machten die Erfahrung, dass an den Namenstagen der genannten Heiligen oft mit einer letzten Kaltluftfront und entsprechenden Nachtfrösten zu rechnen war. Meteorologische Messungen aus unserer Zeit können diese Erkenntnis allerdings nicht grundsätzlich bestätigen. Während sich in manchen Jahren im Mai gar keine Kaltluftvorstöße mehr verzeichnen lassen, treten solche in anderen Jahren sogar noch zu späteren Zeitpunkten auf - zum Beispiel im Juni.

Die besonders späte Kälte

Denn zwischen dem 4. und 11. Juni gibt es in Mitteleuropa tatsächlich oft einen Kälteeinbruch. In Deutschland ist er besonders spürbar. Tiefdruckgebiete über Nord- und Osteuropa bringen dann kühle Luftströme aus der Arktis nach Mitteleuropa. So kann es selbst im Juni noch zu einstelligen Temperaturen und nachts sogar zu Bodenfrost kommen.

Diese späte Kälte trägt im Volksmund den Namen "Schafskälte". Denn Anfang Juni waren die Schafe traditionell schon geschoren und die niedrigen Temperaturen konnten den Tieren gefährlich werden.

Quelle: n-tv.de

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