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Ein Landwirt bringt Gülle auf einem Feld aus.
Ein Landwirt bringt Gülle auf einem Feld aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Wassermangel programmiert: Düngung verringert Trinkwasser

Die zunehmende Düngung von Wiesen und Weiden könnte in einzelnen Regionen Mitteleuropas im Sommer künftig zu Wassermangel führen. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche Wissenschaftler in einer knapp vier Jahre lang laufenden Studie.

Einer Analyse von Forschern der Universität Göttingen zufolge verdunstet auf Grünland, dessen Bewuchs durch intensive Düngung vergrößert ist, deutlich mehr Regenwasser als auf ungedüngten Flächen. Die Folge sei, dass bis zu 50 Prozent weniger Wasser im Boden versickere und die für die Trinkwassergewinnung wichtigen Grundwasserspeicher auffülle, sagte Christoph Leuschner. Es sei davon auszugehen, dass das Grundwasser in Regionen mit intensiv gedüngtem Grünland bereits messbar abgenommen habe. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "Ecohydrology" veröffentlicht.

"Je größer Pflanzen sind, desto mehr Wasser verdunstet", sagte der Koordinator des beteiligten Exzellenzclusters Functional Biodiversity Research, Lars Köhler. Auf Versuchsflächen bei Silberborn im Solling hätten die Göttinger Forscher dies in einer seit 2008 laufenden Studie nachgewiesen.

In den vergangenen Jahrzehnten seien in Mitteleuropa etwa drei Viertel der Grünlandflächen auf intensive Bewirtschaftung mit zusätzlicher Düngung umgestellt worden. Entsprechend fehle Wasser in den Grundwasserspeichern, sagte Köhler. Es sei zu befürchten, dass in einigen Gegenden Mitteleuropas die Kombination aus Klimawandel mit abnehmenden Niederschlägen in den Sommermonaten und intensiver Bewirtschaftung zu Wassermangel führen werde.

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Quelle: n-tv.de

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