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Dem Hirnforscher Manfred Spitzer zufolge führt Vereinsamung zu Schmerzen.
Dem Hirnforscher Manfred Spitzer zufolge führt Vereinsamung zu Schmerzen.(Foto: picture alliance / dpa)

Vereinsamung tut weh: Einsamkeit und Schmerz ähneln sich

Leiden Menschen unter Einsamkeit, sind dieselben Nervenzellen aktiv wie bei Schmerzen. Entsprechende Studien stellte der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt vor, unter anderem von Naomi Eisenberger von der University of California.

"Vereinsamung führt zu Schmerzen", sagt Spitzer. Umgekehrt gelte aber auch, dass Schmerzmedikamente Einsamkeit lindern könnten - und dass Gemeinschaft "ganz klar einen schmerzlindernden Effekt hat". Das könne man in der Praxis beobachten: Schmerzpatienten, die von ihrem Partner verlassen worden seien, bräuchten stärkere Schmerzmittel. Menschen, die familiär gut eingebunden seien, könnten beispielsweise auch Therapieschmerzen besser ertragen.

Im Gesundheitswesen werde das zu wenig beachtet: "Für eine Tablette gibt's Geld, aber für jemand, der da ist, gibt's keines." Der Zusammenhang zwischen Schmerz und Einsamkeit sei vermutlich evolutionär bedingt: Schmerz warne vor lebensbedrohlichen Situationen. Und dazu gehörten nicht nur Verletzungen, sondern auch der Ausschluss aus der Gemeinschaft.

Quelle: n-tv.de

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