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Oxfam rechnet damit, dass im kommenden Jahr bis zu 1,3 Milliarden Euro an Hilfsmitteln erforderlich sind.
Oxfam rechnet damit, dass im kommenden Jahr bis zu 1,3 Milliarden Euro an Hilfsmitteln erforderlich sind.(Foto: REUTERS)

Zehn Millionen Menschen betroffen: El Niño könnte Hungerkatastrophe auslösen

Hunger, Wasserknappheit, Seuchen: Das Wetterphänomen El Niño könnte im kommenden Jahr zu einer gigantischen humanitären Katastrophe führen, warnen Hilfsorganisationen. Um vorzubeugen, seien Milliarden notwendig.

Die Hilfsorganisationen Oxfam und Care warnen vor einer Hungersnot aufgrund des Wetterphänomens El Niño. Ohne präventive Maßnahmen seien im kommenden Jahr Millionen Menschen wegen El Niño von Hunger, Wasserknappheit und Seuchen bedroht, erklärte Oxfam. Alleine in Äthiopien könnten 2016 wegen der durch El Niño verstärkten Dürre zehn Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Dafür seien 1,4 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Euro) erforderlich.

"Nicht nur in Äthiopien, auch in Haiti und Papua-Neuguinea erleben die Menschen die Auswirkungen der globalen Dürre, etwa in Form von Ernteausfällen", erklärte die Oxfam-Expertin Jane Cocking. "Wenn die internationale Gemeinschaft nicht handelt, drohen weitere Länder Afrikas und Lateinamerikas in die Krise zu rutschen." Es bestehe die Gefahr, dass sich die Nahrungsknappheit im südlichen Afrika und in Mittelamerika durch Dürren und anschließende Überflutungen weiter verschärfe.

18,5 Millionen leiden unter Nahrungsknappheit

Das System der humanitären Hilfe stehe ohnehin wegen der bewaffneten Konflikte in Syrien, im Jemen und in anderen Regionen stark unter Druck, warnte Oxfam. Weltweit seien mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Dennoch müssten Regierungen und Geberländer in präventive Maßnahmen zum Schutz vor Dürren, Überschwemmungen oder Unterernährung investieren.

Auch die Hilfsorganisation Care verlangte mehr Geld für Vorsorgemaßnahmen insbesondere in Afrika. El Niño treffe die Ärmsten der Armen, erklärte die Organisation. Bereits heute litten am Horn von Afrika nach UN-Angaben 18,5 Millionen Menschen unter Nahrungsknappheit. Ihre Zahl könnte sich im kommenden Jahr aufgrund des Wetterphänomens weiter erhöhen. "Während des letzten großen El Niño im Jahr 2002 kam die Lebensmittelhilfe zu spät und viele Menschen hatten über Jahre hinweg mit den Folgen von Unterernährung zu kämpfen", erklärte der Care-Länderdirektor in Äthiopien, Garth Van't Hul.

Beim Wetterphänomen El Niño sammeln sich warme Wassermassen im zentralen und östlichen Pazifik, die Folge sind weltweite Wetterextreme. Die Vereinten Nationen hatten im November gewarnt, der diesjährige El Niño sei der schlimmste seit mehr als 15 Jahren und einer der stärksten seit 1950.

Quelle: n-tv.de

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