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Krebserregend oder nicht?
Krebserregend oder nicht?(Foto: picture alliance/dpa)

Krebsrisiko nicht ausgeschlossen: Experten widerlegen Handystudie

Jüngst verneinen dänische Forscher ein erhöhtes Krebsrisiko bei der Nutzung von Mobiltelefonen. Experten und NGOs stellen die Studie über Handy-Risiken nun in Frage.

Der Streit über ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko für Handy-Nutzer geht weiter: Eine französische Nichtregierungsorganisation und Experten haben die Ergebnisse einer dänischen Studie in Frage gestellt, derzufolge Handy-Nutzer aufatmen können. Die Studie enthalte "schwere Fehler", erklärte die Organisation "Robin des Toits", die sich für eine sichere Nutzung von drahtlosen Telefonen einsetzt.

Die dänischen Forscher waren zu dem Schluss gelangt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der langfristigen Nutzung von Mobiltelefonen und der Erkrankung an Hirntumor gibt. Die am 20. Oktober in der Zeitschrift "British Medical Journal" veröffentlichte Untersuchung basierte auf Daten von mehr als 350.000 Handy-Nutzern. Die Wissenschaftler hatten die Nutzer nach eigenen Angaben rund 18 Jahre beobachtet.

Professionelle Handy-Nutzer nicht berücksichtigt

"Robin des Toits" erinnerte daran, dass Hirntumore oft erst nach 30 Jahren zum Ausbruch kommen. Schon wegen dieser langen Latenzzeit seien die Ergebnisse der Studie nicht aussagekräftig. Sie seien auch irreführend, weil professionelle Handy-Nutzer nicht berücksichtigt worden seien.

Die Organisation zitiert unter anderen den britischen Professor an der Universität Bristol, Dens Henshaw, einen Spezialisten für die Auswirkungen von Strahlen auf die menschliche Gesundheit. Er hatte die Ergebnisse der dänischen Studie als "wertlos" kritisiert. Die Forscherin Devra Davis vom US-Gesundheitsinstitut "Environmental Health Trust" betonte laut "Robin des Toits", die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe die dänische Studie bei ihrer Bewertung der Risiken für Handy-Nutzer nicht berücksichtigt: "Die Untersuchung wurde nicht als zuverlässig bewertet."

Experten des Internationalen Krebs-Forschungszentrums (IARC) der WHO hatten Anfang Juni bei einem Treffen in Paris nicht ausgeschlossen, dass Nutzer von Mobiltelefonen ein erhöhtes Risiko haben. Zu diesem Schluss kamen die 31 Wissenschaftler aus 14 Ländern nach der Auswertung zahlreicher Studien. Das höchste Risiko haben demnach Viel-Telefonierer.

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Quelle: n-tv.de

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