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(Foto: picture alliance / dpa)

Hoffnung für Krebskranke: Forscher deuten Erbgutfehler

Rund 100 Forschungsinstitute und 250.000 Testpersonen – die größte Krebsstudie aller Zeiten ist abgeschlossen und die ersten Ergebnisse liegen vor. Wissenschaftler sind sich sicher, dass die Erkenntnisse die Überlebenschancen vieler Krebskranker erhöhen wird.

Die bisher größte Suche nach krebsauslösenden Erbgutfehlern hat Wissenschaftlern zufolge mehr als 80 winzige DNA-Veränderungen zu Tage gefördert, die Menschen mit hohen Risikofaktoren künftig helfen könnten. Die Ergebnisse, die die Anzahl der bekannten Erbgutveränderungen im Zusammenhang mit Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs verdoppelten, wurden in einem dutzend Wissenschaftspapieren in Europa und den USA veröffentlicht, darunter "Nature Genetics" und "PLoS Genetics".

Die drei Krebsarten werden jährlich bei mehr als 2,5 Millionen Menschen diagnostiziert; die Sterblichkeitsrate liegt bei einem von drei Patienten, hieß es in einer Mitteilung der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Nature".

200.000 DNA-Gebiete untersucht

Forscherteams von mehr als hundert Wissenschaftsinstituten in Europa, Asien, Australien und den USA hoben hervor, die Studie dürfte in Zukunft Ärzten helfen, die individuellen Krebsrisiken lange vor dem Auftreten erster Symptome abzuschätzen. So könnten Ratschläge zum Lebenswandel erteilt, regelmäßige Untersuchungen vorgenommen und Medikamente verschrieben werden.

"Wir haben 200.000 DNA-Gebiete von 250.000 Menschen untersucht. Es gibt keine andere Krebsstudie von diesem Ausmaß", sagte der Koordinator der gemeinsamen Krebs-Erbgut-Studie, Per Hall. Die Forscher verglichen das Erbgut von mehr als 100.000 Patienten mit Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs mit einer ebenso großen Zahl gesunder Menschen.

Alle Menschen haben vererbte Veränderungen in ihrem Erbgut, ob diese aber gefährlich sind, hängt von der Stelle ab, an der sie sich befinden. Eine Veränderung bedeutet nicht automatisch, dass ein Mensch auch Krebs bekommt. Nach Angaben der Wissenschaftler sind weitere Untersuchungen nötig, um diese DNA-Auffälligkeiten in Tests zur Vorhersage des Krebsrisikos umzusetzen.

Quelle: n-tv.de

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