Wissen
Die Illustration der Universität Göttingen zeigt ein Sternsystem mit drei Zwergsternen. Die nun entdeckte Super-Erde GJ667Cc umkreist den mittleren Zwergstern.
Die Illustration der Universität Göttingen zeigt ein Sternsystem mit drei Zwergsternen. Die nun entdeckte Super-Erde GJ667Cc umkreist den mittleren Zwergstern.(Foto: dpa)

GJ 667Cc potenziell bewohnbar: Forscher entdecken Super-Erde

Auf der Suche nach einer Schwester der Erde sind Astronomen auf eine sogenannte Super-Erde in einem System mit drei Sternen gestoßen. Die Entdecker halten den fernen Planeten für den bislang besten Kandidaten für lebensfreundliche Bedingungen.

Ein internationales Forscherteamhat eine potenziell bewohnbare Super-Erde in einem nahen Sternsystemaufgespürt. Der Planet GJ 667Cc kreist dort um eine Zwergsonne in gerade der richtigen Entfernungfür gemäßigte Temperaturen, bei denen Wasser flüssig wäre. Flüssiges Wasser gilt alsGrundvoraussetzung für Leben wie wir es kennen. Hinweise auf die Existenz von Wasseroder gar Leben haben die Forscher auf dem sogenannten Exoplaneten bislang allerdingsnicht gefunden.

Doch Hauptautor GuillemAnglada-Escudé von der Carnegie-Institution in Washington ist sich sicher: "DieserPlanet ist der neue beste Kandidat für Bedingungen, die flüssiges Wasser und vielleichtLeben erlauben, wie wir es kennen", urteilt der Forscher, der inzwischen ander Universität Göttingen arbeitet. Der nun entdeckte Planethat mindestens 4,5 Mal soviel Masse wie unsere Erde und umkreist seinen Heimatsternin nur 28 Tagen.

Ähnlich warm wie auf der Erde

Bilderserie

Damit steht er seinem Stern sehr viel näher als die Erde der Sonne.Dennoch soll es auf der Super-Erde nach Berechnungen der Astronomen ähnlich warmsein wie auf unserem Heimatplaneten. Denn seine Sonne ist ein sogenannter Zwergsternder M-Klasse, der deutlich schwächer strahlt als unsere Sonne. Insgesamt bekommedie neu entdeckte Super-Erde etwa zehn Prozent weniger Licht ab als die Erde vonder Sonne, berichten die Astronomen. Da ein großer Teil diesesLichts aber im infraroten Bereich liege, könne der Planet insgesamt etwa genausovielEnergie aufnehmen wie unsere Erde.

"Super-Erde" -das ist kein Qualitätsurteil. Mit diesem Begriff bezeichnen Astronomen solcheExoplaneten, die größer, aber nicht sehr viel größer sind als die Erde und wahrscheinlichwie sie aus Gestein bestehen. Dies steht im Gegensatz zu den jupiterähnlichen Planeten,die gigantische Gaskugeln sind wie der größte Planet unseres Systems. Der nun entdeckteextrasolare Planet (Exoplanet) ist nicht die erste Super-Erde, die Astronomen aufspüren.Auch in der bewohnbaren Zone anderer Sterne haben Forscher wiederholt Exoplanetenaufgespürt.

Bislang keine Lebenszeichen

Insgesamt sind mit verschiedenenMethoden bislang mehr als 750 Planeten bei anderen Sternen gefunden worden. NeuereBerechnungen gehen sogar davon aus, dass es in der Milchstraße mehr Planeten gibtals Sterne. Lebenszeichen gibt es bislang allerdings von keinem.

Der Heimatstern der nunentdeckten Super-Erde trägt die Katalognummer GJ 667C und ist 22 Lichtjahre vonunserem Sonnensystem entfernt. Das entspricht etwa 209 Billionen Kilometern. Er gehört damit zu unserer kosmischen Nachbarschaft.Nach Analysen der Forscher hat er noch mindestens einen weiteren Planeten, der denStern in nur 7,2 Tagen umrundet. Möglicherweise besitzt er sogar noch eine weitereSuper-Erde sowie einen großen Gasplaneten, die ihn in größerem Abstand umkreisen.

Der Zwergstern taumelt

Die Forscher stießen aufdie Planeten durch ein regelmäßiges Hin- und Hertaumeln des Zwergsterns, das entsteht,wenn die Schwerkraft seiner Begleiter an ihm zerrt. Der taumelnde Stern bewegt sichmal von der Erde weg und dann wieder auf sie zu. Dadurch erscheint sein Licht malein klein wenig röter und dann wieder blauer - so wie sich die Sirene eines herannahendenFeuerwehrautos immer heller anhört, die eines sich entfernenden dagegen zunehmenddunkler. Über diesen Dopplereffekt haben sich die meisten der bislang entdecktenExoplaneten verraten.

Die Entdeckung bei GJ 667Cüberraschte die Astronomen jedoch. Denn die Zwergsonne gehört zu einem Dreifachsternsystem,das im Vergleich zu unserer Sonne nur wenige schwerere chemische Elemente wie Eisen,Kohlenstoff und Silizium besitzt, aus denen Gesteinsplaneten wie die Erde aufgebautsind. "Dieser Stern wurde als ziemlich unwahrscheinliche Heimat für Planetenangesehen", erläuterte Ko-Autor Steven Vogt von der Universität von Kalifornienin Santa Cruz. M-Klasse-Zwerge wie GJ 667Cgehören zu den häufigsten Sternen in der Milchstraße. "Die Entdeckung diesesPlaneten, so nah und so früh, legt nahe, dass es in unserer Galaxie nur so wimmeltvon Milliarden potenziell bewohnbaren Gesteinsplaneten." Die Ergebnisse sind im Fachblatt"The Astrophysical Journal Letters" nachzulesen.

Quelle: n-tv.de