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Schwerhörigen, die am Usher-Syndrom leiden, dürfen auf neue Therapien hoffen.
Schwerhörigen, die am Usher-Syndrom leiden, dürfen auf neue Therapien hoffen.(Foto: picture alliance / dpa)

Hoffnung für Schwerhörige: Forscher testen Gentherapie

Patienten, die am sogenannten Usher-Syndrom leiden, dürfen hoffen: US-Wissenschaftler stellen bei Versuchen mit Mäusen fest, dass sich die vererbliche Schwerhörigkeit therapieren lässt. Die Forscher hoffen nun, die Studienergebnisse auch auf Menschen übertragen zu können.

US-Wissenschaftler hoffen auf eine Gentherapie für vererbliche Schwerhörigkeit. Versuche mit Mäusen hätten Erfolge im Kampf gegen das sogenannte Usher-Syndrom gezeigt, berichteten die Forscher in der Zeitschrift "Nature Medicine". Beim Usher-Syndrom geht Schwerhörigkeit oft mit Blindheit einher. Die Wissenschaftler konzentrierten sich in ihren Untersuchungen auf ein USH1C genanntes Gen. Dieses kontrolliert ein Protein namens Harmonin, das für die Haarzellen im Innenohr wichtig ist. Haarzellen reagieren auf Schall und leiten diese Signale an das Gehirn weiter.

Bei einem bestimmten Typ des Usher-Syndroms produziert eine fehlerhafte Version des Gens USH1C eine verkürzte Form des Harmonin. Die Wissenschaftler von der Rosalind-Francklin-Universität für Medizin und Wissenschaft in Chicago konstruierten deshalb einen Genstrang, der diese fehlerhafte Version des Gens ausschalten soll.

Dieser wurde jungen Labormäusen injiziert, die aufgrund genetischer Manipulation am Usher-Syndrom litten. Das Gehör der Mäuse verbesserte sich dadurch, auch ihr durch den Defekt gestörtes Gleichgewicht wurde verbessert. Obduktionen zeigten, dass bei den Tieren einige Haarzellen nachgewachsen waren.

Dies wecke die Hoffnung, das Usher-Syndrom bei Menschen frühzeitig behandeln zu können, erklärten die Wissenschaftler. Sie betonten aber, die Forschungen befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium.

Quelle: n-tv.de

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