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Fluoroform, ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Teflon, trägt zum Klimawandel bei.
Fluoroform, ein Nebenprodukt bei der Herstellung von Teflon, trägt zum Klimawandel bei.(Foto: picture alliance / dpa)

12.000 Mal schädigender als CO2: Forscher zerlegen Treibhausgas

Bisher ist die Entsorgung des für die Umwelt schädlichen Treibhausgases Fluoroform eine sehr kostspielige Angelegenheit. Mit einem neuen Verfahren soll das Gas vom Kostenfaktor zum Nutzenbringer werden.

Das extrem schädliche Treibhausgas Fluoroform könnte mit neuen Verfahren nicht nur entsorgt werden, sondern sogar wirtschaftlichen Nutzen bringen. Das berichten Chemiker um Surya Prakash von der University of Southern California. Der Stoff könne etwa zur Herstellung einer Vielzahl von Medikamenten und Agrochemikalien dienen, schreiben sie in der Zeitschrift “Science”.

Jedes Jahr fallen Tausende Tonnen Fluoroform (CHF3) an – etwa bei der Herstellung von Antihaft-Beschichtungen oder Kühlmitteln. Da das Gas in der Atmosphäre Jahrhunderte überdauert und das Klima schätzungsweise 12.000 Mal stärker schädigt als Kohlendioxid (CO2), wird es größtenteils zu äußerst hohen Kosten und unter hohem Energieaufwand zerstört. Dennoch gelangt es auch in die Erdatmosphäre, wo Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2015 über 24 000 Tonnen Fluoroform zirkulieren werden.

Zwischenstoffe für mehrere Produkte

Bisher konnte das Gas nicht wirtschaftlich genutzt werden, vor allem weil es sich nur schwer zu chemischen Reaktionen aktivieren lässt. Die Chemiker um Surya Prakash entwickelten mehrere Verfahren, wie sich aus Fluoroform Zwischenstoffe für verschiedene Produkte herstellen lassen. So kann man unter klar definierten Bedingungen aus Fluoroform etwa fluorierte Silizium-, Schwefel- oder Kohlenstoff-Verbindungen produzieren. Diese können dann zu Endprodukten weiterverarbeitet werden, etwa zu einer Vielzahl von Arzneimitteln oder Agrochemikalien.

Die Chemiker fanden unter anderem heraus, dass die stabile Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung in Fluoroform durch starke Basen aktiviert werden kann. Dies ermögliche es sogar, Fluoroform künftig anstelle des ozonschädigenden Stoffes Bromtrifluormethan (CBrF3) zu nutzen, der durch das Montreal-Protokoll strikt reguliert wird, schreibt Professor Günter Haufe von der Universität Münster in einem “Science”-Kommentar. Die US-Forscher wollen ihre Methode patentieren lassen.

Quelle: n-tv.de

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