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Prüfungen sind besondere Herausforderungen.
Prüfungen sind besondere Herausforderungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Besserer Umgang mit Prüfungsangst: Gefühle einfach wegschreiben

Ängste können lähmen. Aus diesem Grund ist Prüfungsangst überaus fehl am Platz. Forscher finden nun heraus, dass es helfen kann, wenn man vor der Prüfung die quälenden Gedanken niederschreibt.

Wenn Studenten ihre Ängste vor einer Prüfung zu Papier bringen, schneiden sie bei dem Examen besser ab. Das zeigt eine Studie amerikanischer Forscher mit 67 Studenten und 106 Schülern, die im Fachjournal "Science” erschienen ist. Allerdings müssen die Studenten explizit ihre Gedanken und Gefühle zum anstehenden Test festhalten – nur das Schreiben irgendwelcher Gedanken reicht nicht aus, um die Leistung zu verbessern. Den Forschern der Universität Chicago zufolge hilft die Übung vor allem Menschen, die besonders stark unter Prüfungsangst leiden.

Dass Studenten und Schüler vor Prüfungen von Sorgen geplagt sind, haben schon andere Studien gezeigt. Denn von den Examen hängt oft viel ab: Stipendien, Noten oder die weitere Bildungskarriere. Die Forscher gehen davon aus, das Ängste bei Prüfungen den Platz im Kurzzeitgedächtnis blockieren, der für das Lösen von Aufgaben benötigt wird.

Abiturprüfung an einem Gymnasium in Düsseldorf.
Abiturprüfung an einem Gymnasium in Düsseldorf.(Foto: picture alliance / dpa)

Durch andere Untersuchungen ist bereits bekannt, dass Schreiben bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse helfen kann. Die Forscher um Gerardo Ramirez und Sian Beilock schlussfolgerten aus den Ergebnissen, dass auch Studenten ihre Sorgen durch Schreiben besser bewältigen können und so auch bei Examen besser abschneiden.

Stress-Szenario aufgebaut

In den ersten beiden Durchgängen der Studie sollten Studenten einen kurzen Mathetest bearbeiten. In einem Vorabtest wurde ihnen lediglich gesagt, sie sollen ihr Bestes geben. Im nächsten Schritt kreierten die Forscher ein Stress-Szenario, ähnlich einer Prüfungssituation.

Den Probanden wurde etwa gesagt, dass sie durch den Mathetest Geld gewinnen können. Die Belohnung hänge jedoch von ihrem Abschneiden und von dem eines zweiten Studenten ab, der ihnen zufällig zugeteilt wurde. Ihr Team-Partner habe die Aufgabe bereits erfolgreich gelöst, deshalb seien sie nun allein für den Gewinn oder Verlust des Geldes verantwortlich. Zudem würden sie während des Tests aufgenommen werden. Lehrer und andere Studenten würden sich die Aufzeichnung später anschauen.

Schreibende Angsthasen schneiden besser ab

Auch das Schreiben eines Tagebuchs kann helfen, Gefühle zu verarbeiten.
Auch das Schreiben eines Tagebuchs kann helfen, Gefühle zu verarbeiten.(Foto: BirgitH, pixelio)

Nach der Beschreibung des studentischen Horror-Szenarios wartete die erste Gruppe zehn Minuten lang auf den Test, ohne etwas zu machen. Die zweite sollte über irgendein Ereignis schreiben, das nichts mit der Prüfung zu tun hat. Die dritte Gruppe erhielt den Auftrag, über ihre Gefühle und Gedanken hinsichtlich der schweren Mathe-Aufgaben zu schreiben, die sie gleich lösen müssen.

Bei den wartenden Studenten und denen, die über unverknüpfte Ereignisse schrieben, stellten die Forscher einen deutlichen Leistungsknick im Vergleich zum Vorabtest fest. Die Studenten, die ihre Gefühle niederschrieben, schnitten hingegen deutlich besser ab als zuvor. Diese Ergebnisse konnten die Forscher auch in einer realen Prüfungssituation bestätigen: Die Schreibübung half auch ängstlichen High-School-Schülern vor einer Abschlussprüfung.

Quelle: n-tv.de

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