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(Foto: imago/Agencia EFE)

Internationales Expertenteam: Impfung soll Zika-Virus stoppen

Angesichts der rasanten Ausbreitung des gerade für schwangere Frauen gefährlichen Zika-Virus wollen die USA und Brasilien rasch einen Impfstoff entwickeln. Allein in Brasilien könnten bis zu 1,5 Millionen Menschen bereits mit dem Virus infiziert sein, das auch in die USA eingeschleppt worden ist.

Die USA und Brasilien wollen gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Zika-Virus arbeiten. Dies hätten US-Präsident Barack Obama und seine brasilianische Kollegin Dilma Rousseff in einem gemeinsamen Telefonat vereinbart, teilte das Weiße Haus mit. Die Einzelheiten der Zusammenarbeit soll nach Angaben von Rousseffs Büro ein Expertenteam beider Länder ausarbeiten.

Das von Stechmücken übertragene Zika-Virus breitet sich derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika aus. Es führt bei etwa 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu gefährlichen Fehlbildungen führen kann.

So steht das Virus im Verdacht, Auslöser der Mikrozephalie zu sein - dabei wird das Kind mit einem extrem kleinen Kopf und damit auch einem besonders kleinen Gehirn geboren. Die Kinder sind häufig geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen, weil das Gehirn unterentwickelt ist. In schweren Fällen sterben sie kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib. Besonders Brasilien ist von einem rasanten Anstieg von Neugeborenen mit Mikrozephalie betroffen. Es gibt seit Oktober 4180 Verdachtsfälle.

Entwicklung dauert Jahre

Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter. Bis aber ein Impfstoff für den allgemeinen Gebrauch entwickelt ist, können nach Einschätzung von Experten noch Jahre vergehen.

An einem Aktionstag am 13. Februar sollen in Brasilien landesweit bis zu 220.000 Soldaten zur Bekämpfung der Moskitoart Aedes aegypti eingesetzt werden, die Zika überträgt. Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Thema auch durch zwei nahende Großereignisse: Nächste Woche werden Hunderttausende Menschen zu den Karnevalsfeiern erwartet, im August stehen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro an.

Quelle: n-tv.de

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