Wissen
Ein begehbares Darmmodell. Über Krebsfrüherkennung und -prävention soll die Bevölkerung besser informiert werden.
Ein begehbares Darmmodell. Über Krebsfrüherkennung und -prävention soll die Bevölkerung besser informiert werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Ermutigende Entwicklung: Jeder zweite Krebspatient wird geheilt

Die Angst vor Krebs tragen viele mit sich herum. Doch die Heilungschancen sind besser als allgemein angenommen und könnten sich weiter steigern. Denn bislang bemerken viele die Krebserkrankung erst, wenn sie schon fortgeschritten ist. Daran ließe sich etwas ändern.

Selbst in einem mehr als 3000 Jahre alten Skelett haben Forscher Metastasen nachgewiesen. Krebs bedroht die Menschen seit Jahrtausenden. Und nach wie vor ist es eine der Krankheiten, die besonders viel Angst und Schrecken verbreiten – auch hierzulande. Doch das müsste gar nicht so sein, meint Otmar Wiestler, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Heute ist es so, "dass dieses sehr negative Image von Krebskrankheiten bei weitem nicht mehr gerechtfertigt ist", so der Mediziner. Denn in Deutschland werde mittlerweile jeder zweite Krebspatient geheilt. Verglichen mit der Gefährlichkeit der Alzheimer-Krankheit sei die öffentliche Wahrnehmung von Krebs falsch.

Die Fehleinschätzung, so Wiestler, habe zum einen damit zu tun, dass Krebs in früheren Jahren sehr viel häufiger tödlich verlief, zum anderen damit, dass die Behandlung einschneidend ist und erhebliche Nebenwirkungen haben kann. Und auch heute noch sterben viele Menschen an Krebs. Der DKFZ-Chef plädiert deshalb für Prävention und Früherkennung, denn auf diesen Gebieten gebe es mittlerweile viele Möglichkeiten.

"Öffentlichkeit viel besser informieren"

Bislang, so Wiestler, werde die Hälfte der Krebspatienten erst dann auf die Erkrankung aufmerksam, wenn sie schon relativ weit fortgeschritten ist. "Da müssen wir die Öffentlichkeit noch sehr viel besser informieren", sagt der Experte. Bisher machten nur wenige Menschen von bestehenden Möglichkeiten Gebrauch.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt es seit nunmehr 50 Jahren. Noch vor 40 Jahren konnten weniger als 30 Prozent der Krebspatienten geheilt werden. Doch natürlich ist auch heute die Forschung noch nicht abgeschlossen. Behandlungsmöglichkeiten für die Krebserkrankungen, die noch nicht erfolgreich therapiert werden können, sind nötig. Außerdem sollen Behandlungen künftig sehr viel individueller gestaltet werden können.

Die Angst vor Krebs in der Bevölkerung kann Wiestler durchaus nachvollziehen. Sie ist "insofern berechtigt, als dass immer noch viele Krebserkrankungen ungünstig verlaufen", sagt er. Doch sein Fazit lautet: Es ist "mitnichten so, dass man mutlos sein sollte."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen