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Keine Chance für Bettwanzen: Körperhaare wehren Parasiten ab

Viele Frauen und auch immer mehr Männer rasieren sich akribisch ihre feine Körperbehaarung weg. Doch was als lästiges Überbleibsel unserer haarigen Vergangenheit gilt, erfüllt auch heute noch durchaus einen guten Zweck.

Der feine Haarflaum, der unseren Körper überzieht, ist mehr als nur ein Überbleibsel unserer haarigen Vergangenheit. Einer Untersuchung britischer Forscher zufolge schützt er vor Bettwanzen und anderen lästigen Parasiten. Je länger die Haare sind, umso länger benötigen Bettwanzen, um eine geeignete Bissstelle zu finden. Und je länger sie brauchen, umso wahrscheinlicher werden sie noch vor einem Biss entdeckt. Das schreiben die Wissenschaftler in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Je dichter die Körperbehaarung, desto schwerer haben es Insekten zu stechen oder zu beißen.
Je dichter die Körperbehaarung, desto schwerer haben es Insekten zu stechen oder zu beißen.(Foto: picture alliance/dpa)

Im Vergleich zu unseren nächsten tierischen Verwandten, den Affen, sehen wir Menschen nahezu haarlos aus. Dennoch ist auch unser Körper von einer Schicht Haare überzogen, zunächst hauptsächlich von einem Flaum aus sehr feinen und dünnen Vellus-Haaren. Später entwickeln sich daraus dann zum Teil die kräftigeren Terminalhaare. Die Zahl der Haarfollikel auf einem Stückchen Haut unterscheidet sich nicht einmal von der eines Affen. Oft wurde die feine Behaarung des Menschen als überflüssig erachtet.

Dass das wohl nicht stimmt, zeigten Isabelle Dean und Michael Siva-Jothy von der University of Sheffield in Großbritannien nun mit Hilfe von freiwilligen Studenten: 19 Männer und 10 Frauen ließen sich im Dienst der Wissenschaft je einen Arm rasieren. Die Forscher setzten dann ausgehungerte Bettwanzen nacheinander auf den rasierten und den unrasierten Arm. Sie beobachteten, wie lange die Tiere herumliefen, bevor sie ihre Mundwerkzeuge zum Biss ausstreckten. Die Studenten, die währenddessen wegschauten, sollten jeweils Bescheid geben, wenn sie irgendetwas auf ihrem Arm spürten. Für die Auswertung bestimmten die Forscher dann noch die "Haarigkeit" der Probanden, also wie viele und wie lange Haare sie jeweils besitzen.

Wie zu erwarten waren die Männerarme haariger als die Frauenarme. Bei den Männern benötigten die Bettwanzen auf den unrasierten Armen länger, um eine Bissstelle zu finden als auf den rasierten Armen. Und die Studenten entdeckten die kleinen Blutsauger häufiger, wenn sie auf den unrasierten Armen herum liefen. Die lasse vermuten, dass die feinen Körperhaare der Parasitenabwehr dienen, schreiben die Forscher.

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Quelle: n-tv.de

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