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In der Wüste von Utah, USA, simuliert eine Crew der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa das Leben auf dem Mars: abgeschnitten von jeder Versorgung, auf sich allein gestellt, isoliert.
In der Wüste von Utah, USA, simuliert eine Crew der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa das Leben auf dem Mars: abgeschnitten von jeder Versorgung, auf sich allein gestellt, isoliert.(Foto: picture alliance / dpa)

One-Way-Ticket zum Roten Planeten: Mars One wählt erste Reisende aus

Sie sollen einen siebenmonatigen Flug durchs All antreten und auf dem Mars eine Kolonie aufbauen. Rückreise: Fehlanzeige. Tausende Menschen bewerben sich dennoch für den Trip, eine erste Auswahl ist getroffen. Doch geschafft haben es die Kandidaten noch lange nicht.

Aus einem Bewerberfeld von mehr als 200.000 Menschen aus 140 Ländern für einen Flug zum Mars hat eine niederländische Organisation jetzt die ersten 1058 ausgewählt. Wie Mars One mitteilte, sollen davon in weiteren Etappen einer Fernsehshow am Ende 24 Ausgewählte übrig bleiben. Die Organisation des Show-Erfinders Bas Lansdorp will möglicherweise ab 2025 insgesamt sechs vierköpfige Gruppen auf dem Roten Planeten absetzen. Sie sollen dort eine Kolonie aufbauen. Rückflüge zur Erde sind nicht vorgesehen.

Mars One verlangt von den mindestens 18 Jahre alten Teilnehmern gute Gesundheit, soziale Kompetenz und gute Englischkenntnisse. Wer ausgewählt wird, muss zunächst die starke Strahlung während des sieben Monate langen Flugs und die schwierige Landung überleben. Anschließend müssen die Laien-Astronauten auf einem trockenen Planeten hausen, auf dem es durchschnittlich minus 63 Grad kalt ist. Die Atmosphäre auf dem Mars besteht hauptsächlich aus schädlichem Kohlendioxid. Um atmen zu können, müssten sich die Marsbesucher Wohncontainer bauen, sie müssten mit aufwendigen technischen Verfahren Wasser gewinnen, und sie müssten sich vor der auf dem Mars starken, gesundheitsschädigenden Strahlung schützen.

Fall für den Psychiater?

Das Vorhaben ist bisher auf breite Skepsis gestoßen. Russlands oberster Kosmonauten-Ausbilder Sergej Krikaljow hat einen möglichen Flug zum Mars ohne Wiederkehr vor einigen Monaten als schwachsinnige Idee kritisiert. Wenn jemand dies ernsthaft erwäge, sollte er sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen, sagte der Chef des Juri-Gagarin-Trainingszentrums. "Allein schon vom Gesichtspunkt der Sicherheit her wird kein Experte einen solchen Flug je erlauben", so Krikaljow. Ähnlich reagierte Russlands dienstältester Kosmonaut Pawel Winogradow. "Raumfahrt sollte nützlich sein, aber in sein eigenes Ende zu fliegen, scheint mir sinnlos", sagte der 60-Jährige.

Das Mars One-Projekt hat mit dem niederländischen Physik-Nobelpreisträger Gerard 't Hooft aber auch einen prominenten Unterstützer. Bisher wurden lediglich unbemannte Roboterfahrzeuge zum Mars geschickt. Zuletzt startete Indien im vergangenen November eine Marsmission. Im August 2012 landete der NASA-Forschungsroboter "Curiosity" auf dem Planeten.

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Quelle: n-tv.de

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