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In der Wüste von Utah, USA, simuliert eine Crew der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa das Leben auf dem Mars: abgeschnitten von jeder Versorgung, auf sich allein gestellt, isoliert.
In der Wüste von Utah, USA, simuliert eine Crew der Europäischen Raumfahrtorganisation Esa das Leben auf dem Mars: abgeschnitten von jeder Versorgung, auf sich allein gestellt, isoliert.(Foto: picture alliance / dpa)

Fall für den Psychiater?: One-Way zum Mars wollen viele

Der Rote Planet ist so weit von der Erde entfernt, dass die ersten bemannten Flüge dorthin womöglich zur Reise ohne Rückkehr werden. Russlands Kosmonauten-Lehrer hält solche Vorhaben für "schwachsinnig". Doch viele Menschen sehen das anders - unter ihnen eine prominente Vertreterin der russischen Raumfahrt.

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Russlands oberster Kosmonauten-Ausbilder Sergej Krikaljow hat einen möglichen Flug zum Mars ohne Wiederkehr als schwachsinnige Idee kritisiert. Wenn jemand dies ernsthaft erwäge, sollte er sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen, sagte der Chef des Juri-Gagarin-Trainingszentrums. "Allein schon vom Gesichtspunkt der Sicherheit her wird kein Experte einen solchen Flug je erlauben", so Krikaljow.

Ähnlich reagierte Russlands dienstältester Kosmonaut Pawel Winogradow. "Raumfahrt sollte nützlich sein, aber in sein eigenes Ende zu fliegen, scheint mir sinnlos", sagte der 60-Jährige.

Eine Reise zum Roten Planeten und zurück gilt wegen der Flugzeit von insgesamt etwa 500 Tagen und der Protonenstrahlung der Sonne als extrem riskant. Experten schätzen, dass eine solche Mission frühestens 2025 als internationales Projekt starten könnte.

Valentina Tereschkowa würde es tun

Nach Angaben des privaten Projekts "Mars One" interessieren sich weltweit mehr als 200.000 Menschen für einen Flug zum Mars ohne Rückkehr, um den Planeten als Erste zu besiedeln. Die Registrierung sei nun abgeschlossen, das Auswahlverfahren werde zwei Jahre dauern. Abgesehen von technischen Schwierigkeiten steht jedoch die Finanzierung noch nicht.

Auch die "kosmische First Lady", Valentina Tereschkowa, die am 16. Juni 1963 als erste Frau für drei Tage in den Weltraum flog, träumt heute von einer Reise zum Roten Planeten und wäre bereit, dafür ihr Leben zu opfern. "Ich würde unheimlich gerne zum Mars fliegen, um zu schauen, ob es dort Leben gab", sagte Tereschkowa jüngst in einem Interview. "Und falls dem so ist, würde ich gerne wissen, welche Katastrophe dieses Leben ausgelöscht hat." Die inzwischen 76-Jährige geht davon aus, dass der erste bemannte Flug zum Mars wegen der Entfernung eine Reise ohne Rückkehr sein wird. "Das erschreckt mich nicht", sagt Tereschkowa. "Ich würde es tun."

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Quelle: n-tv.de

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