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Derzeit steigt der Meeresspiegel im Jahr um durchschnittlich 3,2 Millimeter an.
Derzeit steigt der Meeresspiegel im Jahr um durchschnittlich 3,2 Millimeter an.(Foto: picture alliance / dpa)

Taifune werden gefährlicher: Meeresspiegel steigt in Rekordtempo

Immer weiter dehnen sich die Ozeane aus - inzwischen doppelt so schnell wie im vergangenen Jahrhundert. Einmal in Gang gesetzt, ist die Entwicklung kaum zu bremsen. Experten sprechen von "tragischen Konsequenzen", besonders für Küstenbewohner.

Der Anstieg des Meeresspiegels hat nach Angaben der UN-Meteorologieorganisation WMO dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht: Mit derzeit 3,2 Millimetern pro Jahr sei der Anstieg doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts, schreibt die Weltorganisation für Meteorologie in ihrem Zwischenbericht 2013. Durch den Anstieg der Meere würden die Küstengebiete zunehmend anfällig für Stürme wie den Taifun "Haiyan", der jüngst mehrere tausend Menschen auf den Philippinen das Leben kostete, warnte die Organisation.

"Auch wenn einzelne tropische Wirbelstürme nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, machen höhere Meeresspiegel die Küstenbevölkerung anfälliger für Sturmfluten", erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Dies sei "mit tragischen Konsequenzen" auf den Philippinen zu sehen gewesen. Viele Experten glauben, dass mit dem Klimawandel Wetterextreme häufiger werden. Allerdings ist der genaue Zusammenhang von Wirbelstürmen und der Klimaveränderung umstritten.

Die Zukunft wird wärmer

Nach WMO-Angaben stieg der Anteil klimaschädlicher Gase um 2,2 Teile von einer Million auf einen neuen Rekord von 393,1 Teile von einer Million. Dies bedeute einen Anstieg um 41 Prozent seit Beginn der Industriellen Revolution 1750. "Wir erwarten, dass sie 2013 erneut ein beispielloses Niveau erreichen. Dies bedeutet, dass uns eine wärmere Zukunft bevorsteht", erklärte Jarraud. Demnach lagen die ersten neun Monate 2013 auf dem Niveau von 2003 und zählten damit zu den sieben wärmsten Perioden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850.

In zahlreichen Regionen wurden überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet. So gab es große Hitze in Australien, Nordamerika, im Nordosten von Südamerika, Nordafrika sowie weiten Teilen Eurasiens. Die weltweite Oberflächentemperatur lag um 0,48 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Zeit von 1961 bis 1990. Allerdings erholte sich das Meereseis in der Arktis leicht von der dramatischen und beispiellosen Schmelze vergangenes Jahr. In der Antarktis wuchs das Meereseis sogar auf eine Fläche von 19,47 Millionen Quadratkilometern.

Entwicklung hält über Jahrhunderte an

Eine Ausdehnung der Eisfläche in der Antarktis ist jedoch kein Grund zur Beruhigung. Jarraud warnte, dass der Meeresspiegel aufgrund des Schmelzens der Gletscher und der Eiskappen weiter steigen werde. 90 Prozent der Erderwärmung, die durch den Ausstoß von Kohlendioxid und anderer klimaschädlicher Gase verursacht wird, würden durch die Ozeane aufgenommen, die sich daher noch über Jahrhunderte weiter erwärmen und ausdehnen würden, sagte der WMO-Chef. Der Bericht wurde anlässlich der UN-Klimakonferenz in Warschau vorgestellt, die am Montag begonnen hat.

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Quelle: n-tv.de

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