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Eine Studie vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung belegt: Der Meeresspiegel steigt um 60 Prozent schneller als bisher angenommen.
Eine Studie vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung belegt: Der Meeresspiegel steigt um 60 Prozent schneller als bisher angenommen.(Foto: dpa)

Klimawandel überrascht Forscher: Meeresspiegel steigt schneller

Neue Studien überschatten die Klimakonferenz in Doha: Der Anstieg des Meeresspiegels schreitet viel schneller voran als angenommen. Er übersteigt die bisherigen Erwartungen um 60 Prozent. Auch Permafrostböden bergen danach ungeahnte Gefahren.

Dauerfrostboden in Kanada: Betroffene Länder werden aufgefordert ihre Permafrostböden besser zu beobachten.
Dauerfrostboden in Kanada: Betroffene Länder werden aufgefordert ihre Permafrostböden besser zu beobachten.(Foto: picture alliance / dpa)

Anlässlich der Klimakonferenz in Doha warnen Autoren von drei verschiedenen Studien mit drastischen Worten vor den Auswirkungen der Erderwärmung. Laut einer Studie vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung steigt der Meeresspiegel viel rascher als vorausgesagt. Die Forschungsergebnisse des Forscherteams um Stefan Rahmstorf belegen, dass er um 60 Prozent schneller klettere als Wissenschaftler noch vor einigen Jahren berechnet hatten. Satellitenmessungen haben demnach ergeben, dass der Meeresspiegel derzeit nicht wie vom Weltklimarat berechnet um zwei, sondern um 3,2 Millimeter pro Jahr steigt.

530.000 Tote in 20 Jahren

Eine zweite Studie belegt: Wetterphänomene in einigen der ärmsten Länder der Welt sind Folgen des Klimawandels. Experten finden immer klarere Belege dafür, heißt es im Klima-Risiko-Index, den Germanwatch in Doha vorstellte. Thailand, Kambodscha und Pakistan traf es 2011 demnach am heftigsten.

Heftiger Monsunregen hatte etwa 2011 in Südostasien dramatische Überschwemmungen ausgelöst: Allein in Thailand starben bei den schwersten Fluten in der Geschichte des Landes nahezu 900 Menschen. In den vergangenen 20 Jahren verursachten den Angaben zufolge weltweit 15.000 Wetterextreme mehr als 530.000 Todesfälle.

Tickende Zeitbomben - Permafrostböden

Das UN-Umweltprogramm Unep und US-Forscher warnen eindringlich davor, das Auftauen der riesigen Dauerfrostböden zu unterschätzen. Die arktischen Böden enthalten einem dritten Bericht zufolge rund 1700 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlenstoff - doppelt so viel, wie derzeit in der Atmosphäre kursiere. Dieser wird beim Auftauen nach und nach als Kohlendioxid (CO2) und in Form des noch stärkeren Treibhausgases Methan freigesetzt. Die dadurch drohende Gefahr werde zu wenig beachtet, mahnten die Experten bei der Präsentation des Unep-Berichts in Doha.

Die betroffenen Länder, namentlich Russland, Kanada, China und die USA, sollten die Böden mit besseren Methoden überwachen. "Das Entweichen von CO2 und Methan aus den sich erwärmenden Permafrostböden ist irreversibel", betonte der Hauptautor des Reports, Kevin Schaefer, der am Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrum der USA (NSIDC) forscht.

Quelle: n-tv.de

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