Nie mehr ScheibenkratzenNanoschicht verhindert Vereisung

Die Idee ist zwar nicht neu, die Umsetzung jedoch, stabil und transparent wie nie zuvor. Die Rede ist von einer Nano-Schicht, die mit einer besonderen Beschichtungstechnik auf Glas aufgetragen wird und dort das Anlaufen und Vereisen der Scheibe verhindern kann.
Nie mehr vereiste oder beschlagene Scheiben – das verspricht eine neue Nano-Beschichtungstechnik für Glas, die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig entwickelt haben. Dabei sorgt ein hauchdünner Belag aus Indiumzinnoxid-Nanokristallen dafür, dass die Scheibe nur noch langsam abkühlt und Feuchtigkeit so nicht mehr daran kondensieren kann. Zudem ist die durchsichtige Schicht elektrisch leitend, so dass sich die Scheibe darüber beheizen lässt – ganz ohne Drähte im Glas. "Der Eiskratzer hat ausgedient”, behauptet die Fraunhofer-Gesellschaft.
Die Idee einer solchen Beschichtung ist nicht neu, wie die Gesellschaft betont. Bisher wurden ähnliche Schichten aus Zinnoxid benutzt. Sie sind aber nicht so transparent wie der neue Nano-Belag und vor allem brüchig. Bei höheren Temperaturen, wie sie etwa für das Glasbiegen nötig sind, bekommen sie leicht Risse. Deshalb eignen sich diese Schichten nur begrenzt für den industriellen Einsatz.
"Unsere neue Schicht ist extrem stabil", berichtet Fraunhofer-Forscher Bernd Szyska vom Braunschweiger Institut. "Temperaturen bis 900 Grad Celsius sind kein Problem, und selbst wenn man sie stark verbiegt – die Schicht bleibt, wie sie ist." Die Beschichtung ist außerdem korrosions- und kratzfest und besitzt eine gute Transparenz: Sie lässt mehr als 80 Prozent des Lichts passieren. Die Vorteile der Indiumzinnoxid-Beschichtung seien schon länger bekannt, betont die Fraunhofer-Gesellschaft, aber erst ein neues Beschichtungssystem der Braunschweiger Forscher habe sie jetzt der breiten industriellen Anwendung erschlossen.