Wissen
Das Robert-Koch-Institut in Berlin.
Das Robert-Koch-Institut in Berlin.(Foto: picture alliance / dpa)

Fünfter Fall weltweit: Neues Virus in Deutschland

In einer deutschen Klinik wird erstmals das gefährliche Coronavirus nachgewiesen. Laut Robert-Koch-Institut ist es die weltweit fünfte Ansteckung mit dem neuartigen Virus, das verwandt ist mit dem Sars-Erreger, der vor zehn Jahren die Welt in Schrecken versetzte.

Erstmals haben Mediziner bei einem in Deutschland behandelten Patienten das neue gefährliche Coronavirus nachgewiesen. Der Mann kam im Oktober zunächst in ein Krankenhaus im Ölstaat Katar, wurde dann aber wegen schwerer Atemwegssymptome in eine Speziallungenklinik nach Nordrhein-Westfalen verlegt. Das teilte das Robert-Koch-Institut mit. Es sei weltweit die fünfte bekannte Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus.

Proben des Erkrankten waren nach RKI-Auskunft anfangs nach Großbritannien geschickt worden. Die dort ansässige Health Protection Agency habe das RKI erst am Donnerstag über den Nachweis der Coronaviren informiert. Der Patient aus Katar sei bereits Anfang der Woche aus der Klinik in Nordrhein-Westfalen entlassen worden, da sich sein Gesundheitszustand deutlich verbessert habe. Das RKI hat nach eigenen Angaben bislang keine Kenntnisse von Krankheitssymptomen bei den behandelnden Ärzten und Pflegern der Klinik. Untersuchungen wurden dennoch eingeleitet.

Das neue Virus ist verwandt mit dem Sars-Erreger, der ebenfalls zu den Coronaviren zählt, und vor zehn Jahren die Welt in Schrecken versetzte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO registrierte damals 8000 Fälle, 800 Menschen starben an Sars.

Umso aufmerksamer reagierte die Forschungsgemeinschaft, als im September dieses Jahres zwei Infektionen mit einem neuen Coronavirus (hCoV-EMC) bekannt wurden. Ein 60-Jähriger aus Saudi-Arabien starb im Juni, ein 49-Jähriger aus Katar infizierte sich Anfang September. Später wurden zwei weitere Fälle in Saudi-Arabien bekannt. Auffallend ist bei den meisten Patienten ein schweres Atemnotsyndrom bei gleichzeitigem akuten Nierenversagen.

Die einzelnen Fälle seien in größeren zeitlichen Abständen aufgetreten, teilte das RKI mit. Zudem gebe es derzeit keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Das Institut schätzt das Erkrankungsrisiko in Deutschland als "sehr gering" ein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen