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Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse: Sie können das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren.
Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse: Sie können das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren.(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 07. Februar 2017

"Selbstmord-Programm" aktiviert: Nüsse schützen vor Darmkrebs

Ob Hasel-, Macadamia- oder Walnuss: Schon lange weiß man, dass die Inhaltsstoffe von Nüssen positive Wirkungen auf die Gesundheit haben. Was dabei genau im Darm passiert, können Forscher nun erklären.

Nüssen sagt man viele positive Eigenschaften nach. So sollen sie mit ihren Inhaltsstoffen das Herz-Kreislauf-System stärken und in der richtigen Menge sogar vor Übergewicht und Diabetes schützen. Doch damit nicht genug. Nüsse könnten auch das Wachstum von Krebszellen im Darm reduzieren. Das haben Ernährungswissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena festgestellt. Für die Studie wurden die Wirkweisen von Macadamia-, Hasel- und Walnüssen sowie Mandeln und Pistazien untersucht.

Alle untersuchten Kerne wurden zunächst mit einem besonderen Verfahren in Reagenzgläsern "verdaut". Dieser Schritt sollte sie in den gleichen Zustand versetzen, wie sie beim Verzehr im Darm ankommen. Mit diesen so gewonnenen Verdauungsprodukten wurden anschließend verschiedene Darmkrebs-Zellen konfrontiert. Dabei zeigte sich, dass natürliche Schutzmechanismen in den Zellen auf molekularer Ebene angekurbelt werden.

Entgiftung der Zellen

Die Inhaltsstoffe des Breies führten dazu, dass sich die Aktivität von zwei verschiedenen Enzymen, der sogenannten Katalase und der Superoxiddismutase, erhöhte. Beide Enzyme sind maßgeblich an der Entgiftung in Körperzellen beteiligt. Außerdem konnte durch die vorverdauten Kerne das natürliche "Selbstmord-Programm", die sogenannte Apoptose in entarteten Zellen, angeschaltet werden. Darüber hinaus haben die Forscher gesehen, dass sich sogar die Genexpression in den Zellen veränderte.  

"Diese Wirkung haben wir bei allen untersuchten Nusssorten nachweisen können", betonte Studienleiter Professor Michael Glei. Eine entsprechende Ernährungsempfehlung allerdings können die Forscher derzeit nicht geben. Da die meisten Nüsse und Kerne als geröstete und oftmals auch gesalzene Snacks verzehrt werden, wollen die Forscher in einem nächsten Schritt untersuchen, ob die Schutzwirkungen auch nach der Röstung erhalten bleiben. Unklar ist auch, in welcher Menge und mit welcher Regelmäßigkeit Nüsse verzehrt werden müssen, damit es zu den schützenden Wirkungen im Darm kommt.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin "Molecular Carcinogenesis".

Quelle: n-tv.de

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