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Zwei Teichfrösche nehmen Kontakt vor der Paarung auf.
Zwei Teichfrösche nehmen Kontakt vor der Paarung auf.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 23. Dezember 2010

Amphibien kommen durcheinander: Paarungszeiten verändern sich

Die Paarungszeit der Amphibien verschiebt sich wegen des Klimawandels um bis zu zwei Monate. Die gravierende Veränderung wurde innerhalb nur eines Jahrzehnts festgestellt. Die untersuchten Amphibien paarten sich, je nach Art, früher oder später als sonst. Einige behielten ihre Paarungszeiten auch bei.

Der Klimawandel verschiebt die Paarungszeit von Amphibien. Im Zeitraum eines Jahrzehntes kann sich der Zeitpunkt der Eiablage zwischen mehreren Tagen bis zu zwei Monaten verlagern, berichtet ein Team um Brian Todd von der University of California in Davis. Die Geschwindigkeit dieser Veränderung gehöre zu den schnellsten, die in der Ökologie bisher beobachtet wurden, heißt es in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Das Team hatte mehrere Salamander- und Froscharten im Feuchtgebiet Rainbow Bay des US-Staates South Carolina an der Ostküste des Landes untersucht. Einbezogen wurden Beobachtungen aus vergangenen Jahrzehnten über den Zeitpunkt der Eiablage und die Zahl der dabei beobachteten Tiere – sie wurden an Krötenzäunen gesammelt.

Neue Konkurrenzen entstehen

Ein Wasserfrosch: Auch einheimische Arten sind in Europa gefährdet.
Ein Wasserfrosch: Auch einheimische Arten sind in Europa gefährdet.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine der Folgen könnte sein, dass sich im Wasser künftig Larven solcher Arten treffen, die einander vorher nicht begegneten, schreiben die Forscher. Zu den Konsequenzen könnte die Konkurrenz um Futter gehören. Womöglich treffen früher oder später heranwachsende Larven aber auch auf neue Feinde.

Die im Herbst brütenden Zwergsalamander (Eurycea quadridigitata) und Landsalamander (Ambystoma opacum) kamen in den späteren Jahren der 30-Jahres-Periode deutlich später zur Vermehrung. Im ersten Fall war es statt Ende September Anfang Dezember – das sind mehr als zwei Monate (76,4 Tage). Im zweiten Fall kamen die Salamander statt Mitte Oktober eher Ende Oktober (15,3 Tage). Der Tigersalamander (Ambystoma tigrinum) und der Schmuck-Chorfrosch (Pseudacris ornata) verlegten ihre Brut hingegen um mehr als 50 Tage nach vorne (55 und 59 Tage).

Nicht alle Arten reagieren

Bei sechs anderen Arten zeigte die seit 1978 erhobene Datenreihe hingegen keine derartige Verschiebung der Reproduktionszeit. Die Temperaturen im Untersuchungebiet nahmen von 1978 bis 2008 zu. Todd und seine Kollegen beziffern den Anstieg um 1,2 Grad Celsius bei den minimalen Nachttemperaturen.

Bilderserie

Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass es schwierig ist, die beobachteten Effekte bei den Amphibien von den Veränderungen anderer Umweltbedingungen der Rainbow Bay zu trennen, etwa der Menge von Algen und anderen Kleinstlebewesen im Wasser. Dennoch werten sie ihre Ergebnisse als ersten Hinweis darauf, dass der Klimawandel die Vermehrung der Amphibien beeinflusst.

Quelle: n-tv.de

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