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Freitag, 30. März 2012

Dong-Ling-Cao blüht himmelblau: Pflanze bekämpft Leukämie

Bei einer bestimmten Art des Blutkrebses kann eine Pflanze aus China helfen. Der Wirkstoff Oridonin, der sich in der sogenannten Dong-Ling-Cao befindet, wirkt mit zwei Mechanismen und gilt nun als Hoffnungsträger für neue Medikamente.

Die Heilkräfte von Kräutern sind seit hunderten Jahren bekannt.
Die Heilkräfte von Kräutern sind seit hunderten Jahren bekannt.(Foto: picture-alliance / dpa)

Chinesische Forscher haben herausgefunden, wie eine Substanz aus der in China wachsenden Pflanze Isodon rubescens genau gegen Blutkrebs wirkt. Das Gewächs – auch bekannt unter dem Namen Dong-Ling-Cao – enthält den Wirkstoff Oridonin. Dieser wirkt in einer besonderen Gruppe mutierter Blutkrebs(Leukämie)-Zellen auf zwei verschiedene Weisen, schreibt eine Gruppe um Zhu Chen vom Institute of Health Sciences in Shanghai im Journal "Science Translational Medicine”.

Bei Leukämie-Patienten vermehren sich unreife Blutzellen im Knochenmark und im Blut. Eine häufige Mutation, die dem Leiden zugrunde liegt, trägt den Namen t(8;21)(q22;q22). Bereits vor der neuen Untersuchung war aus Versuchen mit Zellkulturen bekannt, dass die Substanz Oridonin solche Zellen in den kontrollierten Selbstmord (Apoptose) treiben kann. Wie genau das passiert, wussten die Forscher aber nicht.

Zwei Mechanismen

Jetzt zeigen Chen und Kollegen, dass Oridonin einerseits mit mehreren Proteinen in der Zelle wechselwirkt, die für die Beseitigung gefährlicher Nebenprodukte des Stoffwechsel zuständig sind. Diese sogenannten Reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) können großen Schaden in der Zelle anrichten. Mehr ROS in der Zelle treiben diese in den Selbstmord.

Und es gibt noch einen zweiten Mechanismus: Die Mutation namens t(8;21)(q22;q22) hat ein Protein (AML1ETO) zur Folge, das in den Zellkern gelangt. Dort führt es zu einem genetischen Programm, das Leukämie entstehen lässt. Oridonin dringt ebenfalls bis in den Zellkern vor. Es sorgt dafür, dass AML1ETO zerschnitten wird. Damit kann es das lebensgefährliche Leukämie-Programm nicht mehr starten. Bei Patienten, die diese Mutation in sich tragen, kann die Substanz aus der Pflanze Dong-Ling-Cao also helfende Wirkung zeigen.

Womöglich, so heißt es in dem Journal, lassen sich nach dem Vorbild von Oridonin neue Medikamente gegen akute myeloische Leukämie schaffen.

Quelle: n-tv.de

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