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Dodonaea viscosa kommt in tropischen, subtropischen und gemäßigten Klimazonen vor.
Dodonaea viscosa kommt in tropischen, subtropischen und gemäßigten Klimazonen vor.(Foto: Wikipedia)
Mittwoch, 04. Juli 2012

Anpassung an Klimawandel: Pflanzenblätter werden schmaler

Hier kommt der Autor hin

Die globale Erwärmung verschiebt nicht nur den Jahresrhythmus von Pflanzen – sie hat auch Folgen für die Form der Blätter.

Der Klimawandel beeinflusst die Form von Pflanzenblättern. Durch die globale Erwärmung seien die Blätter einer Hopfenbusch-Unterart heute wesentlich schmaler als noch vor knapp 130 Jahren. Das berichten australische Forscher im Journal "Biology Letters".

Die Biologen untersuchten Blätter einer Unterart des Hopfenbusches (Dodonaea viscosa subsp. angustissima), die zwischen den 1880er Jahren und heute im Südwesten Australiens gesammelt wurden: 255 Blätter kamen vom State Herbarium of South Australia, 274 Blätter wurden frisch gepflückt und getrocknet. Alle Blätter wurden fotografiert und vermessen. Dabei zeigte sich: Die Blätter wurden im Durchschnitt rund zwei Millimeter schmaler. Der Unterschied klingt minimal, ist aber durchaus bedeutsam: Die Blätter vom Ende des 19. Jahrhunderts waren durchschnittlich 3,2 Millimeter breit, die neu gesammelten Blätter nur noch 1,9 Millimeter.

Ein typisches Blatt der untersuchten Pflanzenart ist bis zu sechs Millimeter breit sowie drei bis neun Zentimeter lang. Die Länge der Hopfenbusch-Blätter habe sich allerdings kaum verändert, berichten die Forscher weiter: Die alten Blätter seien durchschnittlich 59,8 Millimeter lang gewesen, die jungen Blätter 57,1 Millimeter.

Kandidaten für Umweltsanierungsmaßnahmen

Die schmalere Blattform führen die Forscher auf den Klimawandel zurück. In der untersuchten Region sei die Durchschnittstemperatur seit 1950 um 1,2 Grad Celsius gestiegen; der durchschnittliche Niederschlag habe sich hingegen kaum verändert. "Mit der Verschmälerung der Blätter passt sich die Pflanze an die trockenen Bedingungen an. Je schmaler ein Blatt ist, desto weniger Wasser verliert es durch Verdunstung", sagt der Studienleiter Andrew Lowe von der Universität in Adelaide. "Es ist wichtig zu verstehen, wie Pflanzen mit dem sich veränderndem Klima zurechtkommen, weil jene Pflanzen, die sich besser anpassen können, gute Kandidaten für Umweltsanierungsmaßnahmen sind."

Frühere Studien hatten bereits gezeigt: Die Blattgröße von Pflanzen innerhalb einer Art verkleinert sich, je weniger Regen fällt, je höher die Durchschnittstemperatur ist und je höher der Standort über dem Meeresspiegel ist. Die aktuelle Studie verfolgte diese Zusammenhänge erstmals über einen so langen Zeitraum – damit werden Aussagen über den Einfluss der globalen Erwärmung möglich.

"Oft wird darüber diskutiert, welche Folgen der Klimawandel in Zukunft haben wird. Dabei hat die Erwärmung während der vergangenen Jahrzehnte bereits jetzt ökologische Folgen", sagte der Erstautor der Studie, Greg Guerin. So wurde bereits nachgewiesen, dass sich wegen des Klimawandels der jahreszeitliche Rhythmus verschiebt und Pflanzen sich in größeren Höhen ausbreiten als bislang.

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Quelle: n-tv.de

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