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Soja-Preise fallen: Regenwald stirbt langsamer

Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes schreitet langsamer voran als in den vergangenen Jahren.

Wie das Umweltministerium in Brasilia mitteilte, wurde im Berichtsjahr 2006 eine Regenwaldfläche von insgesamt 14.039 Quadratkilometern vernichtet. Das entspricht ungefähr der Fläche von Schleswig-Holstein (15.764 Quadratkilometer). Den amtlichen Angaben zufolge wurden 25,3 Prozent weniger Urwaldfläche vernichtet als im Vergleichsjahr 2005, als durch Brandrodungen und Abholzung ein Gebiet von zusammen 18.793 Quadratkilometern zerstört worden sei. Im Jahr 2004 betrug die zerstörte Fläche sogar 27.429 Quadratkilometer. Das Berichtsjahr geht jeweils bis Juli.

Die Regierung schreibt den Rückgang einer konsequenten Durchsetzung von Umweltstandards zu. "Wir haben in Brasilien das weltbeste System zur Überwachung des Urwaldes", sagte Umweltministerin Marina Silva. Umweltsünder hätten in den vergangenen zwei Jahren Geldstrafen von insgesamt drei Milliarden Real (etwa 1,2 Milliarden Euro) erhalten. Rund 500 Menschen seien hinter Gitter gewandert. Durch den Rückgang der Urwaldzerstörung sei zudem in den vergangenen zwei Jahren ein Kohlendioxidausstoß von 410 Millionen Tonnen verhindert worden, so die Ministerin.

Umweltschützer führen den Rückgang der Regenwald-Vernichtung dagegen auf einen Preisverfall bei Sojabohnen und das Erstarken der brasilianischen Währung zurück. Damit sei die Rodung unrentabel geworden.

Quelle: n-tv.de

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