Wissen

Problem Cholesterinspiegel: Richtige Ernährung hilft

Gehärtete Fette sind schlecht. Zweimal pro Woche Fisch ist viel besser, Nüsse sind auch sehr gesund. Insgesamt ist die Bedeutung der Nahrung für den Cholesterinspiegel jedoch offenbar weniger groß als allgemein bekannt.

60 Gramm Fett pro Tag, so lautet die Empfehlung der Experten.
60 Gramm Fett pro Tag, so lautet die Empfehlung der Experten.

Die meisten Deutschen sind der Ansicht, dass falsche Ernährung Ursache für einen hohen Cholesterinspiegel ist. Allerdings sind Kenntnisse über die Zusammenhänge bescheiden: Das ergab eine forsa-Umfrage anlässlich des Tags des Cholesterin am 17. Juni.

Demnach machen 91 Prozent der Befragten eine falsche Ernährung für hohe Cholesterinwerte verantwortlich. Rund ein Fünftel (22 Prozent) geht bei zu hohen Cholesterinwerten von einer genetischen Veranlagung aus, ähnliche viele (21 Prozent) halten Bewegungsarmut für eine Ursache. Mehr als jeder Vierte (43 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer ist der Meinung, dass ein zu hoher Wert die Gesundheit des Betroffenen sehr gefährdet. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) haben schon einmal ihre Cholesterinwerte ermitteln lassen.

Das Wissen über den Cholesteringehalt von Lebensmitteln ist allerdings eher mäßig: Zwar werden Butter (71 Prozent) und Eier (63 Prozent) an erster Stelle genannt. Aber nur 45 Prozent wissen zum Beispiel, dass auch Innereien cholesterinhaltig sind. Viele halten sogar Lebensmittel wie Nüsse für bedenklich. Dabei sind gerade sie gut für den richtigen Fett-Mix. Rund ein Fünftel bis ein Drittel stuft cholesterinfreie Nahrungsmittel wie Nüsse (31 Prozent) oder Zucker (22 Prozent) als besonders cholesterinhaltig ein.

Hoher Aufklärungsbedarf

Nach Einschätzung von Prof. Heiner Boing, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zeigen die Ergebnisse, dass beim Thema Cholesterin weiterhin viel Aufklärungsbedarf besteht. Eine hohe Zufuhr von Nahrungscholesterol erhöhe nur bei einigen Menschen direkt den Cholesterinspiegel im Blut. Zahlreiche Studien belegten aber, dass sich eine ausgewogene, kalorienarme Kost oft positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Dazu gehört eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen aus Getreide und einem großen Anteil an pflanzlichen Ölen bei den Fetten. Ein zu hoher Cholesterinspiegel gilt als Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

Auch nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen in Wiesbaden (Lipid-Liga) wird die Bedeutung des Nahrungscholesterins für erhöhte Werte häufig überschätzt. Dennoch rät sie, die Gesamtfettzufuhr auf 60 Gramm am Tag zu begrenzen. Wichtig sei, dabei auch auf die Fettqualität zu achten. Dazu gehört zum Beispiel, auf natives Oliven- und auf Rapsöl umzusteigen und zweimal wöchentlich an Omega-3-Fettsäuren reichen Fisch wie Lachs, Scholle und Hering zu essen. Lebensmittel sollten gemieden werden, wenn sie laut Verpackung "gehärtete Fette" oder "pflanzliche Fette, z.T. gehärtet" enthalten.

Angaben der Lipid-Liga zufolge haben Studien außerdem gezeigt, dass Menschen, die viele Nüsse essen, deutlich seltener an Herzinfarkten sterben und niedrigere Cholesterinspiegel haben. Der Effekt werde vor allem der günstigen Fettsäurezusammensetzung der Nüsse zugeschrieben. Auch 25 bis 40 Gramm Soja-Proteine pro Tag könnten Studien zufolge bei hohem Cholesterin gute Dienste leisten. Darüber hinaus sei regelmäßige körperliche Bewegung unabdingbar für günstigere Cholesterinwerte, betont die Lipid-Liga.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen