Festhalten ohne SaugnäpfeRoboter nutzt Gecko-Füße

Ein neuentwickelter Roboter könnte in Zukunft Fenster putzen, Gebäude auskundschaften oder bei der Rettung von Verschütteten helfen. Das 240 Gramm leichte Gerät kann sich ohne Klebstoff und Saugnäpfe an glatten Oberflächen festhalten. Forscher aus Kanada schauen den Geckos auf die Füße und übernehmen deren Haltesystem.
Das Schuppenkriechtier Gecko hat Wissenschaftler in Kanada zur Entwicklung eines kleinen Roboters inspiriert, der mühelos vertikale glatte Flächen erklettern kann. Wie die britische Fachzeitschrift "Smart Materials and Structure" berichtete, benötigt das rund 240 Gramm schwere Gerät weder Saugnäpfe noch Klebemittel, um sich an glatten Flächen, beispielsweise an Fensterscheiben oder Wänden, festzuhalten. Stattdessen ist es mit einer Art von Schienen ausgestattet, die - wie die Füße des Geckos - von mikroskopisch feinen Härchen bedeckt sind.
Die vor allem in tropischen Staaten beheimateten kleinen Echsen verfügen über ultrafeine Härchen, die dank einer Wechselwirkung zwischen Atomen und Molekülen, sogenannten Van-der-Waals-Kräften, an Oberflächen haften. Dem Bericht zufolge sind die Mikrofasern an den Schienen des pilzförmigen Roboters nur 0,017 Millimeter dick. Das menschliche Haar hat hingegen eine durchschnittliche Stärke von 0,1 Millimeter.
Je mehr Härchen, desto bessere Haftwirkung
"Je mehr solcher Härchen ein Gecko hat, umso besser haftet er an einer Oberfläche", erläuterte Jeff Krahn, Leiter des Forscherteams an der Simon-Fraser-Universität im kanadischen Burnaby in der Zeitschrift. Das gleiche Prinzip sei von seinem Team bei der Entwicklung der kleinen Roboter angewandt worden.
Die Einsatzmöglichkeiten der Geräte sind den Wissenschaftlern zufolge vielfältig: Sie könnten etwa Fenster putzen, Gebäude inspizieren oder auch beim Aufspüren von Verschütteten helfen. Der nun entwickelte Prototyp wird per Kabel mit Strom versorgt. Später könnten die Roboter aber Batterien und einen kleinen Computer eingebaut bekommen und somit autonomer werden, betonte Krahn.