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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Je länger, desto größer: Schlafdauer beeinflusst Wachstum

Babys, die öfter schlafen und ein Nickerchen machen, wachsen schneller als Babys, die weniger Schläfchen halten. US-Wissenschaftler sind sich jedoch über diesen exakten Zusammenhang noch nicht im Klaren. Fest steht, dass nach dem Einschlafen der Spiegel des Wachstumshormons ansteigt.

Die Dauer des Schlafes beeinflusst das Wachstum von Kindern. Das haben US-Wissenschaftler in einer kleinen Studie dokumentiert, in der sie das Schlafverhalten und das Längenwachstum von 23 Kleinkindern über einen Zeitraum von 4 bis 17 Monaten beobachtet haben.

Dabei zeigte sich, dass die Kinder in unregelmäßigen Abständen ein höheres Schlafbedürfnis hatten. So schliefen sie teils bis zu 4,5 Stunden mehr am Tag als normalerweise oder machten bis zu drei Extranickerchen. Dieses zusätzliche Schlafbedürfnis habe sich in einer Zunahme der Körperlänge widergespiegelt, schreiben die Autoren um Michelle Lampl von der Emory University in Atlanta im Fachjournal "Sleep".

Unregelmäßiger Schlaf bekommt einen Sinn

Die Ergebnisse demonstrierten, dass Wachstumsschübe nicht nur während des Schlafes erfolgten, sondern auch durch den Schlaf beeinflusst würden, erläuterte Lampl. "Längerer Schlaf korrespondiert mit einem größeren Wachstum der Körperlänge.” Die Wahrscheinlichkeit für einen Wachstumsschub stieg nach jeder zusätzlichen Schlafepisode im Mittel um 43 Prozent und um 20 Prozent für jede Extrastunde an Schlaf. Auch habe sich eine Zunahme an Gewicht und Körperfett vorhersagen lassen. Die Ergebnisse könnten laut Lampl bei gestressten Eltern Verständnis dafür wecken, dass unregelmäßiger Schlaf bei Kindern einen Sinn hat. Zudem ließen sich womöglich Berichte über Wachstumsschmerzen in der Nacht erklären.

In die Studie wurden 14 Mädchen und 9 Jungen einbezogen, im Mittel waren sie erst zwölf Tage alt, als die Untersuchung begann. Die Eltern zeichneten die Schlafstunden ihrer Babys auf. Die Kinder wurden überwiegend zweimal pro Woche gemessen, teils auch täglich oder einmal pro Woche.

Exakte Zusammenhänge noch unklar

Die exakten Zusammenhänge zwischen Knochenwachstum und Schlaf sind noch unklar. Bekannt ist, dass der Spiegel des Wachstumshormons nach dem Einschlafen steigt. Bereits im Jahr 1992 hatten die Autoren im Fachjournal "Science" darüber berichtet, dass Kinder überwiegend in Schüben wachsen und nicht kontinuierlich.

Das jeweilige Wachstum variiert von Kind zu Kind. Im Mittel waren die kleinen Studienteilnehmer nun schrittweise 0,9 Zentimeter gewachsen, bei einer Spannbreite von 0,5 bis 1,65 Zentimetern bei täglichen "Wachstumssprüngen”. Die Wachstumsschübe ereigneten sich den Angaben zufolge in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem vermehrten Schlafbedürfnis.

Die Forscher räumen ein, dass manchmal Kinder auch wuchsen, ohne dass sich das Schlafverhalten geändert hatte, und dass nicht alle Schlafänderungen in einem Wachstumsschub in der Länge resultierten. Möglicherweise bestehe dann jedoch ein Zusammenhang mit der Zunahme des Kopfumfangs, das Wachstum könnte somit in anderen Körperteilen aufgetreten sein.

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Quelle: n-tv.de

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