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Sonntag, 19. Juli 2009

Gestörte Ultraschall-Ortung: Schmetterling irritiert Fledermaus

fledermaus.jpgUm sich vor hungrigen Fledermäusen zu schützen, stört ein Schmetterling die Ultraschall-Ortung seines Feindes. Das Insekt aus der Familie der Bärenspinner (Bertholdia trigona) sendet dafür seinerseits Geräusche aus, berichtet eine Gruppe um Aaron Corcoran im Journal "Science". Bisher war bekannt, dass bestimmte nachtaktive Mottenarten die Geräusche angreifender Fledermäuse erkennen und diesen eigene Signale entgegensetzen. Sie warnen damit entweder vor ihrer eigenen Ungenießbarkeit oder wollen den Feind irritieren.

Zusammenspiel von Räuber und Beute

Um herauszufinden, ob Bärenspinner tatsächlich die Orientierung der Fledermäuse stören, beobachteten die Forscher das Zusammenspiel von Räuber und Beute. Wären die Warnsignale nur zum Erschrecken gemeint, hätten die Fledermäuse erneut angegriffen, schreiben die Wissenschaftler. Sollten die Geräusche auf den schlechten Geschmack der Insekten hinweisen, würden die Fledermäuse den Schmetterling überhaupt nicht mehr angreifen. Corcoran und seine Kollegen fanden jedoch heraus, dass die Fledermäuse den Bärenspinner weder häufiger noch seltener verfolgten, sondern nach einer bestimmten Zeitspanne ihre derart gestörte Jagd abbrachen.

schmetterlinge.jpgErst kürzlich hatte Jesse Barber von der Wake Forest Universität in Winston-Salem (USA) herausgefunden, dass Fledermäuse zwischen den Warnrufen giftiger und ungiftiger Beutetiere unterscheiden können. Er hatte junge, noch unerfahrene Fledermäuse mit zwei Arten schlecht schmeckender Insekten trainiert. Schon nach fünf Nächten hatten die Fledertiere gelernt, deren Warngeräusche mit ihrem schlechten Geschmack zu verbinden.

Jagd abgebrochen

Daraufhin brachen sie ihre Fangflüge ab, heißt es im "Journal of Experimental Biology". Anschließend bot Barber Beute an, die zwar warnte, aber nicht schlecht schmeckte. Einige der Fledermäuse ignorierten nach kurzer Zeit die falsche Warnung und fraßen die Imitatoren, weil sie leichte Unterschiede in den Lauten der imitierenden Arten erkannt hatten.

Quelle: n-tv.de

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