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Samstag, 12. November 2016

Schnell und etwas überraschend: So wird ein Lied zum Ohrwurm

Jeder kennt es: Eine Melodie – irgendwo kurz gehört – geht einem einfach nicht mehr aus dem Kopf. Man hat einen Ohrwurm. Aber wie kommt es dazu? Was passiert da im menschlichen Hirn? Forscher finden jetzt heraus, warum die Quälgeister so hartnäckig sind.

Forscher haben analysiert, was ein Lied zum Ohrwurm macht. Durch Umfragen ermittelten die Psychologen um Kelly Jakubowski von der britischen Durham University, an welche Lieder sich Menschen am ehesten unwillkürlich erinnert. Diese Songs untersuchten sie dann auf Gemeinsamkeiten. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Psychology of Aesthetics, Creativity and the Arts".

Zunächst fragte das Team 3000 Menschen nach ihren Ohrwürmern. Die genannten Stücke verglichen die Forscher dann mit Liedern, die nicht genannt wurden. Am häufigsten gaben die Befragten "Bad Romance" von Lady Gaga an. Weitere Beispiele waren "Can’t Get You Out Of My Head" von Kylie Minogue und "Don’t Stop Believing" von Journey. Lady Gaga war außerdem mit den Liedern "Alejandro" und "Poker Face" unter den Top Ten.

Resultat der Analyse

Ohrwürmer laufen im Kopf weiter und weiter und weiter.
Ohrwürmer laufen im Kopf weiter und weiter und weiter.(Foto: imago/Westend61)

Ohrwürmer folgen meist einer eher gewöhnlichen Grundmelodie, die für die jeweilige Musikrichtung üblich ist. Besonders eignen sich eingängige Melodien mit wechselnden Tonhöhen wie etwa aus Kinderliedern. Die Eingangsmelodie von "Moves like Jagger" von Maroon 5, das auf Platz fünf der Ohrwurm-Liste landete, folgt diesem Prinzip.

Zur eingängigen Melodie kämen dann, so die Forscher, meist ungewöhnliche Intervalle, überraschende Sprünge und Wiederholungen. Als Beispiel nennen sie in einer Mitteilung der Universität "My Sharona" von The Knack oder "In the Mood" von Glenn Miller. Die Studie zeigte auch, dass schnellere Lieder eher zu Ohrwürmern werden.

"Bad Romance" von Lady Gaga eignet sich den Wissenschaftlern zufolge besonders gut, weil das Lied im Refrain Wiederholungen und ungewöhnliche Intervalle enthält. Demnach bleiben Wiederholungen, wie etwa das berühmte Gitarrenriff im Deep-Purple-Song "Smoke on the Water", eher im Kopf hängen.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich ungefähr vorhersagen lässt, ob sich eine Melodie in den Köpfen der Menschen verfängt", sagt Psychologin Jakubowski. "Das könnte Songschreibern oder Werbern helfen, Jingles zu schreiben, an die sich jeder tage- und monatelang erinnern wird."

Die Wissenschaftler untersuchten außerdem, wann und wie lange die genannten Lieder in den britischen Charts standen. Lieder, die hier erfolgreich waren, hatten demnach eine höhere Chance zum Ohrwurm zu werden, wohl weil sie öfter gespielt wurden und damit den Menschen vertrauter waren.

Quelle: n-tv.de

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