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200.000 Galaxien nahmen die Forscher unter die Lupe. Hier im Bild: unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße.
200.000 Galaxien nahmen die Forscher unter die Lupe. Hier im Bild: unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße.(Foto: imago/Westend61)

Prozess hat bereits begonnen: Universum stirbt langsamen Tod

Dem Kosmos geht es nicht anders als irdischen Lebewesen: Er wird alt und verfällt. Die zeitlichen Dimensionen sind zwar andere, aber Forscher sind sich sicher: Das Universum hat sich bereits eine Decke übergezogen und ist dabei, einzunicken. Für immer und ewig.

Mit einer Reihe der leistungsstärksten Teleskope der Welt haben Astronomen die bislang umfassendsten Belege für den langsamen Tod des Universums in fernster Zukunft gesammelt. Neuen Beobachtungen zufolge ist die heute im nahen Universum ausgestoßene Energiemenge nur noch halb so groß wie noch vor zwei Milliarden Jahren. Das teilt die Europäische Südsternwarte (Eso) in Garching mit. "Das Universum wird fortan zunehmend verfallen und langsam alt werden", erläutert Wissenschaftler Simon Driver.

"Das Universum hat es sich im Prinzip schon auf dem Sofa gemütlich gemacht, eine Decke übergezogen und ist dabei, für immer und ewig einzunicken", erklärt der Forscher. Die Tatsache, dass das Universum langsam dahinschwindet, ist laut Eso bereits seit den späten 90er Jahren bekannt. Die aktuelle Studie zeigt jedoch erstmals, dass dies in allen Wellenlängen vom ultravioletten bis zum infraroten Licht geschieht. Gesammelt wurden die neuen Erkenntnisse im Rahmen des Projekts GAMA, der bislang größten Galaxien-Durchmusterung über mehrere Wellenlängen.

Das internationale Astronomen-Team, darunter Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und von der Hamburger Sternwarte, präsentierte seine Arbeit am Montag vor der Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) auf Hawaii.

Die Forscher untersuchten mehr als 200.000 Galaxien und maßen dabei genauer als je zuvor die Energie, die in einem großen Teil des Universums erzeugt wird. An den Beobachtungen waren unter anderem Großteleskope des Paranal-Observatoriums der Eso in Chile sowie drei Weltraumteleskope beteiligt.

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Quelle: n-tv.de

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