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Zika-Virus als globale Gefahr: WHO ruft Gesundheitsnotstand aus

Die Weltgesundheitsorganisation erklärt wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand: Zuletzt sah sie sich vor zwei Jahren während der Ebola-Epidemie dazu gezwungen. Doch wie gefährlich das Virus tatsächlich ist, weiß bisher niemand.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO am Abend in Genf mit. Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie), sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan. Es fehle aber noch der wissenschaftliche Beweis. "Wir brauchen eine koordinierte internationale Antwort", hieß es. Das gelte nicht zuletzt für weitere Aufklärung.

WHO-Direktorin Margaret Chan.
WHO-Direktorin Margaret Chan.(Foto: dpa)

Das Zika-Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen und hat sich vor allem in Süd- und Mittelamerika explosionsartig verbreitet. In Brasilien gibt es bisher - neben Hunderttausenden möglichen Zika-Erkrankungen - 4180 Verdachtsfälle für Schädelfehlbildungen. Erst in sechs Fällen von Mikrozephalie konnte aber definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit Zika infiziert hatten.

Ebola, Schweinegrippe - und nun Zika

Wie die Zeitung "Estado de São Paulo" berichtete, ist ein Grund für die Ausbreitung des Virus das viel größere Verbreitungsgebiet der Moskitoart Aedes aegypti, die auch das Dengue-Fieber überträgt. Innerhalb von nur zehn Jahren sei die Fläche, auf der die Moskitoart vorkommt, von 1,5 auf 6,9 Millionen Quadratkilometer gewachsen, was 81 Prozent der Landesfläche entspreche.

Im August 2014 hatte die WHO zum letzten Mal wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die Schweinegrippe (2009) sowie die Verbreitung der Kinderlähmung (2014) zu diesem drastischen Schritt geführt. Während der Notfallregelung können Staaten außerhalb der Seuchengebiete aufgefordert werden, Maßnahmen einzuleiten, die eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers verhindern sollen.

Quelle: n-tv.de

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