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Mit Hilfe der UVB-Strahlen im Sonnenlicht kann im menschlichen Körper Vitamin D produziert werden.
Mit Hilfe der UVB-Strahlen im Sonnenlicht kann im menschlichen Körper Vitamin D produziert werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht nur für Knochen und Zähne: Was ist Vitamin D?

von Jana Zeh

Unter dem Begriff Vitamin D wird eine Gruppe von verschiedenen fettlöslichen Vitaminen zusammengefasst, die mit der Regulierung des Kalziumhaushalts und der Mineralisation der Knochen in Verbindung stehen. Sie werden auch als Calciferole bezeichnet. Vor allem die sogenannten Vitamine D2 und D3 sind für den Menschen wichtig. Beide sind streng genommen keine Vitamine, sondern eher Vorläufer von Hormonen.

Als Vitamin D2 wird das pflanzliche Ergocalciferol bezeichnet und mit Vitamin D3 das Cholecalciferol oder Calciol, das in tierischen Lebensmitteln vorkommt und in der Haut des Menschen gebildet wird. Beide Vitamine haben im menschlichen Körper in etwa die gleiche Wirkung.

Vitamin D wird im menschlichen Körper gebildet, wenn die Sonne mit genügender Intensität auf ein genügend großes Stück Haut scheinen kann. In Deutschland ist das höchstens von April bis Oktober der Fall. In den übrigen Monaten sind wir einerseits zu stark bekleidet und andererseits werden durch den niedrigen Einstrahlwinkel der Sonne so viele UVB-Strahlen von der Atmosphäre absorbiert, dass die Intensität der Strahlen nicht mehr ausreicht, um die Vitamin-D-Bildung im Körper zu veranlassen.

Vitamin D entsteht im Körper in mehreren Schritten in einem komplexen Prozess unter Mitwirkungen von Leber und Niere. Mit Hilfe des Sonnenlichts wird in der Haut eine inaktive Vorstufe des Vitamin D zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf wird dieses in den einzelnen Zellen des Körpers dann zum aktiven Vitamin-D3-Hormon Calcitriol umgewandelt. Nicht benötigte Hormone können im Körperfett gespeichert werden. Der Körper kann an einem schönen Sonnentag bis zu 20.000 Einheiten Vitamin D produzieren. Aus der Nahrung können höchstens 20 Prozent des Bedarfs an Vitamin D gedeckt werden. Vor allem in Fischsorten wie Aal, Lachs, oder Rotbarsch, aber auch in Butter, Margarine und Sahne ist Vitamin D enthalten.

Auf die richtige Menge kommt es an

Kampagne gegen Sonnenbrand.
Kampagne gegen Sonnenbrand.(Foto: picture-alliance / dpa)

Lange Zeit wurde das Sonnen-Vitamin als Knochenstärker bezeichnet. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine langfristig gute und konstante Versorgung mit Vitamin D vor zahlreichen Krankheiten, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krebs, Diabetes und Multipler Sklerose schützen kann. Sogar die Psyche profitiert von einem stabilen Vitamin-D-Gehalt.

Noch immer streiten die Experten, wie viel Vitamin D im Körper günstig ist. Einigkeit besteht jedoch darüber, dass ein großer Teil der Deutschen im Winter an einer Vitamin-D-Unterversorgung leidet. Symptome wie erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Muskelschwäche, aber auch depressive Verstimmung können auftreten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Zufuhr von bis zu 400 IE (Internationale Einheiten - 1 Mikrogramm entspricht 40 Internationalen Einheiten). Viele Wissenschaftler halten das für viel zu gering und raten zu 1000 IE und mehr, da der Körper täglich 4000 IE benötigt – egal woher: natürliche oder künstliche Sonne, Nahrung oder Nahrungsergänzung.

Doch Achtung! Eine Überdosierung mit Vitamin D-Präparaten kann zu einer Vergiftung führen. Aus diesem Grund sollte jeder, der sich für diesen Weg entscheidet, vorher seinen Vitamin D-Speicher im Blut messen lassen, allerdings ist nur der 25 OH-Vitamin D-Wert aussagekräftig.

Quelle: n-tv.de

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