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Welche Sorte ist denn nun die beste?
Welche Sorte ist denn nun die beste?(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für die innere Anwendung: Was macht ein gutes Wasser aus?

Still oder prickelnd, Glas- oder Plastikflasche: Mehr und mehr wird Wasser zum Lifestyle-Produkt. Wer regelmäßig genug gutes Wasser trinkt, der lebt bewusst, achtet auf seine Gesundheit und bleibt leistungsfähig. Was ein gutes Wasser ausmacht, erklärt Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln, im Gespräch mit n-tv.de.

n-tv.de: Welches Wasser würden Sie als gutes bzw. gesundes Wasser bezeichnen?

Ingo Froböse: Zuerst einmal würde ich immer kohlensäurefreies Wasser empfehlen. Die Kohlensäure hat für die Hersteller den Vorteil, dass sie einen konservierenden Effekt hat. Für das Wasser als das Transport- und Lösungsmittel im menschlichen Körper hat die Kohlensäure jedoch keinen Effekt. Im Gegenteil: Die Kohlensäure prickelt zwar auf der Zunge, aber im Magen- und Darmtrakt hat sie nichts zu suchen. Sie sorgt nur dafür, dass man aufbläht. Die Bevölkerung in Deutschland mag stilles Wasser nicht so sehr. Ich kann dazu nur sagen, man gewöhnt sich daran.

Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr gute Trinkwasserqualität.
Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr gute Trinkwasserqualität.(Foto: picture alliance / dpa)

Sollte man kaltes oder warmes Wasser bevorzugen?

Auf jeden Fall sollte Wasser nicht zu kalt sein. Unser Körper hat in Ruhe eine Temperatur von etwa 36,6 Grad Celsius. Die Flüssigkeit, die wir aufnehmen, sollte ähnliche Temperatur haben. Wenn Wasser kälter ist, dann fährt der Körper den Stoffwechsel hoch, braucht also Energie, um die Flüssigkeit aufzuwärmen. Aus diesem Grund schwitzt man ja bei Wärme noch mehr, wenn man eiskalte Getränke zu sich nimmt.

Sollte man das Wasser direkt aus dem Hahn oder lieber das gekaufte aus der Flasche konsumieren?

Das ist schwierig zu beantworten. Wir haben in Deutschland viele Mineralwässer, die völlig überteuert sind und einfach ersetzt werden könnten. Wasser ist nämlich kein Nahrungsmittel, sondern eben hauptsächlich ein Transportmittel. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass das Wasser relativ wenige Substrate beinhaltet.

Warum ist das so wichtig?

Wenn eine Flüssigkeit schon relativ voll ist mit Stoffen und Mineralien, ihre primäre Aufgabe jedoch ist, solche Stoffe zu lösen und durch den Körper zu transportieren, dann ist das schwierig. Aus diesem Grund sollte das Trinkwasser möglichst mineralstoffarm sein. Leistungswasser in Deutschland ist extrem gut und empfehlenswert, allerdings nur, wenn es wirklich rein ist.

Was verstehen Sie denn genau unter reinem Wasser?

Reines Wasser ist Wasser mit einem geringen Anteil an Inhaltsstoffen. Leitungswasser hat in Deutschland eine gute Qualität, enthält aber viele Schwebstoffe, die auch in den Wasserwerken nur bedingt herausgefiltert werden können. Dazu gehören Reste von Medikamenten wie Antibiotika oder der Antibabypille, aber auch Reste von Drogen. Ich persönlich trinke auch Leitungswasser, aber bearbeite es vorher noch einmal mit der sogenannten Umkehr-Osmose. Das ist die bisher effektivste Methode, um Leitungswasser zu wirklich reinem Wasser aufzubereiten.

Wenn Wasser nicht schmeckt, wohin sollte man dann ausweichen?

Ingo Froböse ist Professor für Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln.
Ingo Froböse ist Professor für Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln.

Es gibt ganz einfache und gesunde Möglichkeiten, um Wasser schmackhaft zu machen. Ich reichere mein reines Wasser oftmals mit Zitronen-, Orangen- oder Ingwerscheiben, Zitronenmelisse oder Pfefferminze an. Natürlich sollten alle Zugaben aus biologischem Anbau stammen. Solche Zugaben machen das Wasser wunderbar frisch und sehr, sehr bekömmlich.

Viele Menschen schwören auf ihr Feierabendbier. Wie wirken denn alkoholische Getränke bezüglich der Flüssigkeitsbilanz?

Alkoholische Getränke führen zu einer erhöhten Entwässerung des Körpers. Bier beispielsweise regt den Stoffwechsel an und führt in großen Mengen zu einer vermehrten Ausscheidung von Mineralien. Aus diesem Grund kann es am nächsten Morgen auch zu einem Kater kommen. In solchen Fällen wird oft dazu geraten, etwas Saures oder Salziges zu trinken oder zu essen, um den Mineralienausgleich zu bekommen. Ich würde dazu raten, zu jedem Glas Bier mindestens ein oder zwei Gläser mineralstoffhaltiges Wasser zu trinken. So kann der Kater am nächsten Morgen verhindert werden.

Mit Ingo Froböse sprach Jana Zeh

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Quelle: n-tv.de

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