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Computergrafik von Inspiration Mars des von ihnen geplanten Raumschiffs.
Computergrafik von Inspiration Mars des von ihnen geplanten Raumschiffs.(Foto: AP/dpa)

Ein Mann, eine Frau, 501 Tage: Weltraumtourist plant Marsmission

Der US-amerikanische Multimillionär und erste Weltraumtourist Dennis Tito kündigt für 2018 einen bemannten Flug zum Mars an. Ein Mann und eine Frau sollen auf die 501 Tage dauernde Reise geschickt werden.

Dennis Tito vor seinem Weltraumflug im April 2001.
Dennis Tito vor seinem Weltraumflug im April 2001.(Foto: dpa)

Als erster Weltraumtourist schrieb er Raumfahrtgeschichte, nun plant der US-Multimillionär Dennis Tito mit der ersten bemannten Mars-Mission einen weiteren Meilenstein. Geplant sei eine Umrundung des Roten Planeten im Rahmen einer 501-tägigen Mission im Jahr 2018, sagte Tito am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Allerdings will der 72-Jährige nicht selbst mitfliegen, sondern zwei Privatleute mittleren Alters losschicken.

Der Start der privat organisierten Marsmission ist für den 5. Januar 2018 geplant, wie Tito in Washington bekanntgab. Dank einer Anordnung von Mars und Erde, die es nur alle fünf Jahre gebe, wären die beiden Himmelskörper dann näher beieinander als sonst. Außerdem falle der Termin in eine Phase geringerer Sonnenaktivität, so dass die Strahlungsgefahr für die Raumfahrer weniger gefährlich sei.

"Mission für Amerika"

Mit Unterstützung der US-Weltraumbehörde NASA und Partnern aus der Industrie "wollen wir alles, was möglich ist, unternehmen, um von dieser einmaligen Möglichkeit für Amerika zu profitieren", sagte Tito. Es handele sich um eine "Mission für Amerika", die "Wissen, Erfahrungen und Impulse für die nächste große Ära der Weltraumforschung" bringen werde.

Geplant ist, die beiden Raumfahrer in einer Raumkapsel mit einer Trägerrakete bis auf 160 Kilometer an den Mars heranzubringen. Leben sollen sie während der Mission in einem Wohnmodul. Erprobte Technologien der privaten Raumfahrtindustrie, der NASA und der Internationalen Raumstation ISS sollen dabei zur Anwendung kommen. Eine internationale Kooperation über die US-Grenzen hinweg schloss Tito für die Mars-Mission aus.

Kosten in Milliardenhöhe

Angaben zu den voraussichtlichen Kosten für das Megaprojekt, das über private Spenden finanziert werden soll, machte der US-Multimillionär nicht. Er sprach lediglich von einer "Mission mit niedrigen Kosten". Robert Zubrin von der Organisation Mars Society, der nicht an dem Vorhaben beteiligt ist, schätzte die Kosten indes auf "ein bis zwei Milliarden Dollar" (bis zu 1,52 Milliarden Euro).

Das Geld soll durch private Spenden zusammenkommen, von der NASA erwartet Tito nach eigenen Angaben keine finanzielle Beteiligung. Das Team um Tito gründete bereits eine Stiftung mit dem Namen Inspiration Mars, die auch die beiden Raumfahrer dafür rekrutieren will. Geplant ist demnach, einen Mann und eine Frau mittleren Alters, am besten ein Paar, zum Roten Planeten zu schicken.

Nasa begrüßt Pläne

Die NASA begrüßte die Pläne und erklärte sich zu Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit mit Inspiration Mars bereit. Die US-Weltraumbehörde selbst plant eine bemannte Mars-Mission für frühestens Mitte 2030. Sie konzentriert sich derzeit auf den Einsatz von Mars-Forschungsrobotern wie "Curiosity", der vergangenen Sommer auf dem Roten Planeten landete und seitdem Daten sammelt.

Der frühere Leiter des Instituts für Raumfahrtpolitik an der George Washington University in Washington, John Logsdon, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Titos Vorhaben sei "nicht unmöglich, aber kaum wahrscheinlich", da große finanzielle und technologische Herausforderungen gemeistert werden müssten. Außerdem wäre die Besatzung einem erhöhten Risiko ausgesetzt. "Wenn sie ihre Reise erst mal begonnen haben, können sie nicht auf halben Weg umkehren", sagte Logsdon.

Tito war im Jahr 2001 die erste Privatperson im Weltall. Als Weltraumtourist verbrachte er eine Woche in der Raumstation ISS.

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Quelle: n-tv.de

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